Keine Frage: Die Seelower sind auf dem Weg zum Klassenerhalt in der höchsten Brandenburger Liga ein wesentliches Stückchen vorangekommen. Angesichts der Ausfälle von Nabiel Nasser und Konstantin Apostolow musste Flaig in der Abwehr umstellen. In der Viererkette fand Simeon Apostolow auf der linken Seite seinen Platz in der Startelf - und machte seine Sache tadellos. Zudem rückte Dawid Konrad Jankowski in die Anfangsformation.
Nach ausgeglichenem Beginn gewannen die engagiert zu Werke gehenden Gastgeber nach gut einer Viertelstunde die Kontrolle über Spiel und Kontrahenten. Bereits in der siebten Minute hätte die Victoria durch Robert Buszalek nach feiner Vorarbeit des eminent spielfreudigen Pierre Kruber und des bienenfleißigen Anastasios Alexandropulos in Führung gehen können. Auch der mutige Distanzschuss von Abwehrchef Michael Schubert verfehlte sein Ziel (10.).
In der Folgezeit gewann das Offensivspiel der Heimelf merklich an Wucht, Präzision und Qualität. Zwar ließen zunächst Budzalek, Sebastian Jankowski und auch Alexandropulos in den entscheidenden Augenblicken die letzte Konsequenz noch vermissen. Oder aber fanden in der vielbeinigen von Kapitän Jonas Schmidt hervorragend organisierten Babelsberger Defensive mehrfach ihren Meister. In der 45. Minute war es dann soweit: Krubers bärenstarke Vorarbeit krönte Sascha Kloß mit 1:0. Doch im Gegenzug hatte Seelow noch eine heikle Situation zu überstehen, ehe es mit der knappen Führung zum Pausentee ging. Schuberts einziger Patzer während der gesamten 90 Minuten brachte Ballgewinn für 03-Angreifer Kofi Schulz, der zögerte aber zu lange mit dem Abschluss.
Nach dem Wiederanpfiff des umsichtigen Unparteiischen Michael Lockan (Cottbus) ergriffen die Gäste umgehend die Initiative und übernahmen die Regie. Allein: Wirkliche Gelegenheiten blieben für die Babelsberger gegen die kompakt stehenden und einsatzfreudig zu Werke gehenden Victorianer Mangelware. Lediglich einmal entwischte 03-Akteur Christopher Schulze der Seelower Defensive. Doch in allemal aussichtsreicher Position versprang dem Babelsberger unglücklich das rund Spielgerät (56.).
Damit endete jedoch die Eingangsoffensive der Filmstädter zur zweiten Halbzeit. Fortan kontrollierte Seelow wiederum das Geschehen, ohne jedoch mit Vehemenz nach vorne zu drängen, um den Gästen eventuell nicht doch noch ins offene Messer zu laufen. Es reichte dennoch zu einem zweiten Treffer, den der unermüdlich rackernde Budzalek erzielte (69.).
Der pfeilschnelle Angreifer, der sich für keinen Zweikampf zu schade war und dementsprechend immer wieder Lücken für seine Teamkollegen schaffte, profitierte diesmal allerdings von einer schulbuchmäßigen Victoria-Kombination. Ausgangspunkt war wieder einmal der spielfreudige Kruber, dessen Zuspiel Kloß zum besser postierten Budzalek leitete. Der Rest war Routine. Seelows Sieg war primär wegen einer Steigerung gegenüber dem Strausberg-Spiel verdient und beendete den zuletzt doch nervenden Negativlauf. Zudem gewann der Klassenerhalt mit dem Knacken der 30-Punkte-Marke deutlich erkennbar an Konturen.
"Diesen Sieg haben wir uns schwer erkämpft, denn Babelsberg war nicht nur in körperlicher Hinsicht gut drauf. Vielmehr verfügen diese gut geschulten 03-Fußballer über beachtliche spielerische Mittel. Doch wir waren präsent, haben immer wieder für Entlastung gesorgt und hatten selbst etliche feine Kombinationen zu bieten. Zudem haben wir die Zweikämpfe angenommen und deshalb geht das Ergebnis auch in Ordnung", befand ein merklich aufgeräumter Seelower Coach Peter Flaig.
Victoria Seelow: Lopuciewicz - Schmidt, D. Jankowski, Schubert, S. Apostolow (80. Herrmann) - Kruber, Drews, Alexandropulos (77. Wojciak), S. Jankowski, Kloß (86. Cipinski), Budzalek