Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai werden die Gemeindevertretungen, ehrenamtlichen Bürgermeister und Ortsbeiräte sowie der Kreistag neu gewählt. Die MOZ hat Mandatsträger um eine Bilanz gebeten. Heute: Alt Tuchebands Bürgermeister Detlef Baar.
Wenn einer schon seit 40 Jahren Gemeindevertreter ist und sich nach 45 Jahren Arbeit in der Landwirtschaft anschickt, Rentner zu werden, fällt es schwer, nur einen so kurzen Zeitraum wie eine Legislaturperiode zu betrachten. Bei Detlef Baar aus Rathstock haben viele Ereignisse ihre lange Entwicklung. Nach Rathstock war der Gorgaster vor 40 Jahren vor allem wegen der Wohnung gezogen. Er weiß sehr gut, was es bedeutet, die eigenen vier Wände im Dorf zu haben. Für ihn war damit verbunden, 1979 in den Gemeinderat gewählt zu werden. Heute ist er froh, dass die meisten kommunalen Wohnungen in der Gemeinde belegt sind. Im Ortsteil Rathstock sind es seit dem Verkauf des „Gänsekiezes“ sogar alle.
In der Gemeinden wohnen viel junge Familie mit Kindern. Acht Kinder wurden voriges Jahr in Alt Tucheband geboren. In allen Ortsteilen gibt es steigende Einwohnerzahlen. Bald hat die Gemeinde wieder die 800 erreicht.  Für die Kinder wurden auch mit Elterninitiative in Rathstock und Alt Tucheband Spielplätze gebaut, die sogar von ortsfremdem gern angenommen werden. „Wir müssen es auch schaffen, in Hackenow einen Spielplatz zu bauen“, nimmt er sich vor. „Dort besteht schon seit vielen Jahren der Wunsch danach und Initiativen gab es auch schon“, so der 63-Jährige. Er sieht die Gemeinde auch in der Pflicht, die Wohnbedingungen der langjährigen Mieter kommunaler Wohnungen zu verbessern. Zumal es Alt Tucheband schaffen könnte, aus dem Haushaltssicherungskonzept zu kommen. Zunächst müsse in die zur Wohnung umgebauten alten Schule in Alt Tuchband investiert werden.
Für den Verkauf des Herrenhauses Rathstock gibt es im Februar einen Maklertermin. Die Bindungsfrist für die Fördermittel ist abgelaufen, so dass nun nach einem Käufer gesucht werden kann. „Wir haben da viel gemacht. Als Veranstaltungsort für Feiern hat sich das Haus besonderes bei den Jugendlichen herumgesprochen“, sagt der Bürgermeister. Er hofft, dass dort die Entwicklung weitergeht. Er bedauert, dass es nicht gelungen war, die obere Wohnung zu vermieten und die Pächter der Gewerberäume zu halten.
Detlef Baar ist den Vereinen der Gemeinde, den Gemeindevertretern und vor allem den Ortsvorstehern sehr dankbar für ihre Unterstützung in all’ den Jahren. Auch auf die Unternehmen, die Feuerwehren, die Arbeitsinitiative und den Kinderring sei Verlass. Er erinnerte an die vielen Veranstaltungen im Klangzimmer, an die Militär- und Oldtimertreffen und die Kinderfeste. Nächste Ziele seien die Fortsetzung der Sanierung des Alt Tuchebander Gerätehauses und der Bau der Radwege zur B1 und zum Bahnhof Golzow.  Was ihn gestört hat, sei sie Unzuverlässigkeit der Landespolitik mit dem Hin und Her der Reformen. Ob er noch mal kandidiert, werde sich am 7. Februar entscheiden. Dann wird sich die Wählergruppe „Alt Tucheband“ über ihre Ziele und Kandidaten verständigen.