Mit der Verabschiedung des Abfallwirtschaftskonzeptes im Dezember 2013 hatte der damalige Kreistag den entsprechenden Auftrag erteilt. In der Diskussion gab es Bedenken. Ravindra Gujjula (SPD) erinnerte an die zahlreichen gemeinnützigen Organisationen, die Alttextilien für humanitäre Zwecke sammeln. Man würde so eine Konkurrenz schaffen. Auch Burkhard Paetzold (B 90/Grüne - Pro Zukunft) befand, dass sich der Kreis nicht an solchen Dumpingunternehmen beteiligen sollte. Die Alttextilien würden an Unternehmen weiterverkauft, die daraus Gewinne erzielen, meist in der dritten Welt. Man sollte lieber Sozialkaufhäuser unterstützen.
Michael Gläser (SPD) sprach sich für den Versuch aus. "Einnahmen können helfen, die Gebühren stabil zu halten. Davon profitieren alle Bürger", sagte er. Angela Friesse verwies darauf, dass es 32 zugelassene gewerbliche Sammler gebe. Der Bürger entscheide letztlich, wem er seine Alttextilien überlässt. Der Vorteil für den Kreis wäre, dass er kein neues Sammelsystem einführen müsste, sondern als Eigentümer der blauen Papiertonnen diese nutzen kann.
Wie genau der Versuch ablaufen soll, wird jetzt im EMO vorbereitet. Die Mehrheit stimmte dem Vorhaben zu. Damit kann das kreisliche Unternehmen agieren. Geplant ist, dass die blaue Papiertonne in den ausgewählten Orten einen Tag nach der Papierleerung mit Alttextilien gefüllt werden kann und dann erneut abgeholt wird. Die genauen Abläufe werden den Bürgern rechtzeitig mitgeteilt.