"Es wird keine verdeckte Gebührenerhöhung", versicherte Angela Friesse, Leiterin des kreiseigenen Entsorgungsbetriebes (EMO). Sie erläuterte den Hintergrund der Veränderungen. Die hätten nichts damit zu tun, dass das Ident-Wäge-System überholt sei. Es gehe vielmehr um wirtschaftliche Erwägungen. Da die Bürger es ausgiebig nutzen, auch viertel- oder halbvolle Tonnen zur Abholung bereitstellen, sei der logistische Aufwand des Einsammelns deutlich gestiegen. Es dauere erheblich länger, eine bestimmte Menge Hausmüll einzusammeln. "Für den bisherigen Preis konnten wir bei der Neuausschreibung diese Leistung nicht mehr einkaufen", so die Werkleiterin. Ende des Jahres laufen die bestehenden Verträge aus. Hätte man das Ident-Wäge-System beibehalten, wäre es zu einer erheblichen Gebührensteigerung gekommen. Das wollte man vermeiden. Mit dem Umstellen auf die Berechnung per geleerter Tonne werde gesichert, dass die Bürger nur volle Tonnen raus stellen.
Im neuen Abfallratgeber, der in diesen Tagen in alle Haushalte geliefert wird, gibt es auf Seite 4 eine ausführliche Information zur Umstellung. Denn sie bedeutet letztlich, dass der Bürger ab Januar seine Gewohnheiten umstellen sollte, denn er muss jede Leerung bezahlen, egal, wie voll die Tonne ist. Man werde auch über die Amtsblätter flächendeckend informieren, sicherte Angela Friesse zu.
Spätestens mit dem Gebührenbescheid 2018 - der im März verschickt wird - werden die Märkisch-Oderländer auch in Form von Zahlen mit den Veränderungen konfrontiert. Im Gebührenbescheid erfolgt zum einen die Abrechnung für 2017 entsprechend der tatsächlich entsorgten Mengen. Für die Vorauszahlung 2018 wird diese Menge halbiert und als Tonnenleerung berechnet. Wer gar keine Tonne entleert hat, bekommt die per Satzung festgelegten zwei Mindesttonnen berechnet. Die Werkleiterin machte deutlich, dass die Grundgebühr pro Person deutlich höher läge, wenn nicht die Erlöse aus der vom EMO gesicherten Papierentsorgung in die Kalkulation einfließen würden. Sie lägen statt bei 16,44 Euro pro Person und Jahr bei 23 Euro. Zudem fließen Rückstellungen aus den Deponien in Höhe von einer Millionen Euro ein.

Auszug aus der Gebührensatzung


¦ Grundgebühr: 16,44 Euro/Einwohner und Jahr, 8,28 Euro bei Wochenendgrundstücken; 18,24 Euro Gewerbe ¦ Behältermiete: 80-/120-Liter-Tonne ohne Schloss 4,92 Euro, mit Schloss 8,52 Euro; 240-Liter-Tonne 6,96/15 Euro¦ Behälterwechselgebühr: 11,71 Euro je Vorgang bei Hausmüll- oder Papiertonne, Holgebühr 0,10 Euro je Meter ¦ Leerungsgebühr: 80-Liter-Tonne 2,09 Euro, 120 Liter 3,13 Euro pro Leerung, 240-Liter-Behälter 6,26 Euro, 1100 Liter 28,71 Euro ¦ Container: Transport und Entsorgung 5 m3-Behälter 225,80 Euro, 7 und 7,5 m3-Behälter 267,05 Euro, 10 m3-Behälter 328,91 Euro ¦ Selbstanlieferer Abfallumschlagstation Rüdersdorf: Siedlungsabfälle, Abfälle aus Abwasserbehandlungsanlagen, gemischte Bau- und Abbruchabfälle sowie Sortierreste und gewerbspezifische Abfälle je Tonne 100,64 Euro; Gemische aus Beton, Ziegel, Keramik 50,54/t; Altholz Kategorie IV (gefährliche Stoffe) 82,75/t; asbesthaltige Baustoffe 164,27/t, Dämmmaterial 498 Euro/t; Baustoffe auf Gipsbasis 94,20 Euro