Der Kreistag hat die Abfallgebühren für 2019 beschlossen. Die gute Nachricht: Es gibt keine Erhöhungen, sondern in einigen Positionen sogar leichte Preissenkungen. Und ein neues Angebot – die Biotonne für all jene, die sie wünschen.
Die Grundgebühr für die Abfallentsorgung beträgt auch 2019 pro im Haushalt lebender Person 1,37 Euro je Kalendermonat, für saisongenutzte Grundstücke 0,69 Euro je Person. „Wir bleiben damit auf dem Niveau dieses Jahres“, erklärte Angela Friesse, Leiterin des Entsorgungsbetriebes Märkisch-Oderland (EMO), im Kreistag. Die Leerungsgebühr sinke sogar, bei der 120-Liter-Tonne zum Beispiel von bisher 3,13 auf 2,82 Euro. „Möglich ist dies durch den Gebührenüberschuss aus 2017“, sagte sie. Die Gebühren werden jährlich neu kalkuliert. Wird die Summe nicht in vollem Umfang benötigt, fließen die Überschüsse in die neue Kalkulation und damit in die künftigen Gebühren ein. In diesem Fall ermöglichen sie, dass trotz der flächendeckenden Einführung der Biotonne zum 1. Juni 2019 und den damit verbundenen höheren Kosten die Gebühren auf gleichem Niveau gehalten werden können. Für die Einführung der Biotonnen hatten die Kreistagsabgeordneten zuvor eigens die Abfallsatzung geändert.
Angela Friesse erläuterte das Vergabeverfahren und die Regularien der Biotonne. Derzeit wird in allen Haushalten kreisweit der Bedarf ermittelt. Vor allem im Randberliner Bereich sei die Nachfrage sehr gut, so die Werkleiterin. Das Problem für den EMO: In ganz Brandenburg gibt es keine Vergärungsanlage, die eine hochwertige Verwertung sichert. Der eingesammelte Biomüll wird zur Kompostieranlage Trappenfelde (Barnim) der Firma Remondis, die den Zuschlag erhalten hat, gebracht.
Der Landkreis hatte bei diesem Thema keine große Wahl. Eigentlich hätten die Biotonnen laut Kreislaufwirtschaftsgesetz schon 2015 eingeführt werden müssen. Angesichts der unterschiedlichen Akzeptanz in Märkisch-Oderland war dies mehrmals hinaus geschoben worden. Seit 2016 gibt es den Modellversuch in vier Kommunen des Kreises. Der endet im März, wurde per Kreistagsbeschluss noch einmal bis Ende Mai verlängert, um dann ab Juni 2019 einen nahtlosen Übergang zur flächendeckenden freiwilligen Einführung zu sichern. Ausgeschrieben worden war das Einsammeln und Transportieren der Bioabfälle für drei Jahre plus optionaler Verlängerung für ein Jahr sowie die Verwertung für zwei Jahre. Man habe bewusst eine kürzere Leistungszeit gewählt, erklärte Angela Friesse. Sie hoffe, dass in den kommenden Jahren Anlagen in der Region entstehen, so dass der Bioabfall ohne lange Transportwege hochwertig verwertet werden kann.
Dietmar Barkusky (Linke) wundert sich, dass für die Anlieferung der geplanten Mengen – pro Person wird im Durchschnitt von 30 kg im Jahr ausgegangen – 773 000 Euro veranschlagt sind. Kompost sei doch ein wertvoller Dünger, mit die Anlagenbetreiber Geld verdienen, sagte er. „Das ist ein Irrglaube“, so die Werkleitern. „Die Nachfrage bestimmt den Preis.“ Da man auf die Anlage angewiesen sei, müsse man auch die Bedingungen des Betreibers akzeptieren. Rund 2,4 Millionen Euro sind für das Einsammeln und Transportieren sowie 280 557 Euro für die Anschaffung der Behälter vorgesehen.
Zur Nachfrage, warum die Abfälle nicht in Biogasanlagen verwertet werden, erklärte Landrat Gernot Schmidt (SPD), dass dies nur in Industriegebieten möglich wäre. Die hiesigen Biogasanlagen befänden sich in landwirtschaftlichen Gebieten. Hans-Georg von der Marwitz (CDU) regte an, darüber nachzudenken, eine eigene Anlage zu errichten. Was durchaus begrüßenswert wäre, bekannte der Landrat. Das Problem sei die Akzeptanz vor Ort. Momentan gebe es keine Kommune, die dem Bau solch einer Anlage vor der Haustür zustimme. Angela Friesse informierte, dass es genau zum Thema Bioabfallverwertung eine Arbeitsgruppe beim Ministerium gebe, die Lösungen suchen soll.
Infos, Gebühren und Touren unter www.maerkisch-oderland.de/abfallentsorgung

Auszug aus der Gebührensatzung


Grundgebühr: 1,37 Euro/Monat pro Person im Haushalt; Wochenendgrundstücke 0,69 Euro; Gewerbeabfälle 1,52 Euro/Monat je Abfallbehälter

Leerungsgebühr: 1,88 Euro für 80-Liter-Tonne; 2,82 Euro 120-Liter; 6,63 Euro 240-Liter

Bioabfall: 1,43 bei 80-Liter-Tonne; 2,14 Euro 120-Liter; 4,29 Euro 240-Liter

Wechselgebühr: pauschal 11,71 Euro; Biotonne frei bis Ende  2019

Holgebühr: 0,10 Euro je Leerung pro Meter Wegstrecke

Selbstanlieferung: Siedlungsabfall, einschließlich Sperrmüll sowie gemischte Bau- und Abbruchabfälle je 104,11 Euro/t; Gemische aus Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik 51,97 Euro/t; Baustoffe aus Gipsbasis 96,62 Euro/t; Dämmmaterial mit gefährlichen Stoffen 674,78 Euro/t; Altreifen 6 Euro/Stück;

Anlieferungen unter 100 kg: Siedlungsabfälle, Sperrmüll, gemischte Bau- und Abbruchabfälle, gewerbespezifische Abfälle jeweils 8 Euro/Anlieferung;

Säcke: Abfallsack 2,49 Euro, Laubsack 2,03 Euro, Banderole (Ast-Strauchwerk) 3 Euro