Einige der zahlreichen Kinder, die am Sonntag mit auf die Rundfahrt gingen, sind schon mit der Veranstaltung aufgewachsen. Sie waren zunächst im Fahrradanhänger, dann auch mit dem Kinderrad dabei und konnte nun schon auf größeren Rädern mithalten. Als Letschins Bürgermeister Michael Böttcher zum Start die Fanfare der Internationalen Friedensfahrt abspielte, zog ein Lächeln in die Gesichter der älteren Teilnehmer. Daran knüpfte Landrat Gernot Schmidt in seiner Begrüßungsrede an: "Diese Friedensfahrten waren eben nicht nur reine Propaganda-Veranstaltungen. Es ging auch darum, nach dem Krieg ein Zeichen des friedlichen Miteinanders zwischen den Nachbarvölkern zu setzen."
Teilnehmer aus vielen Orten
Schmidt unterstrich die Notwendigkeit, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und würdigte das Engagement der Veranstalter, an den Terror in den Reichsarbeitsdienstlagern wie Nieschen bei Genschmar  und an die Kriegsgefangenenlager wie dem Stalag IIIc bei Küstrin zu erinnern.
Auf dem mit 17 Metern höchsten Hügel im Oderbruch, dem Garnischberg, vereinigten sich die in Nieschen und in Sophienthal gestarteten Teilnehmer. Anett Kieling überreichte jedem einen der Buttons, den die Letschiner Hortkinder gebastelt hatten. Die Friedenstaube als war darauf zu sehen und im Hintergrund die heute so friedliche Oderlandschaft, die vor 75 Jahren ein Schlachtfeld war. "Wer kann sich angesichts der wunderschönen Landschaft heute noch vorstellen, was das für ein Kriegsschauplatz 1945 im Oderbruch war...", sagte Kristy Augustin. Das CDU-Landtagsmitglied ist auch schon sechsfache Friedensfahrtteilnehmerin. Bleyen-Genschmars Bürgermeister Dirk Hundertmark und Sophienthals Ortsvorsteher Botmer Mischke freuten sich, dass so viele Vertreter von Oderbruchgemeinden teilnahmen und damit auch den Zusammenhalt der künftigen Kulturerbelandschaft demonstriert haben: Wriezens Bürgermeister Karsten Ilm war ebenso dabei wie die von  Golzow, Zechin und Gorgast, Frank Schütz, Dieter Rauer und Gudrun Wurl. Amtsdirektor Lothar Ebert freute sich, dass der Garnischberg als Stätte genutzt werden darf.
Pfarrer Daniel Dubek machte an Hand der biblischen Geschichte von Kain und Abel die Verantwortung jedes Menschen für den Frieden deutlich. Die eindringliche Frage "Was hast du getan?" werde an jedem Gedenkort ebenso gestellt wie die nach der Versöhnung. Erst das  Bewusstwerden der Verbrechen mache es möglich, dass aus Hass Versöhnung und aus Feinden Freunde werden. "Wir wollen unserer Geschwister Hüter sein", wandelte Dubek das Bibelwort um. Mit seiner Tochter Paula und begleitet von Gerald Glatzer aus Buschdorf auf der Harmonika, regte der Gottesdienst zum Nachdenken an.
Von Letschin nach Seelow
Aus der Gemeinde Letschin werden sich am 12. September auch zahlreiche Radler auf den Weg nach Seelow machen. Treff ist um 9 Uhr auf dem Letschiner Markt. Am der Gedenkstätte Seelower Höhen werden sie gegen10.30 Uhr erwartet, wo um 11 Uhr die Gedenkveranstaltung 75 Jahre Kriegsende beginnt. Im Bürgermeisterbüro (E-Mail: dagmar.duesterhoeft@letschin.de) kann man sich dafür anmelden.