„Unbekannte Täter stahlen in der Nacht zum Montag vom Areal am Fort Gorgast zwei Motorräder der Marke Suzuki, welche mit einer Plane abgedeckt waren. Der entstandene Schaden liegt bei geschätzten 10.000 Euro.“ - Was im Polizeibericht so lapidar klingt, ist für Joachim Engel, der Betreiber der Fischerei am Fort Gorgast, und Gabi Fetting, Imbiss-Betreiberin am Fort, eine großes Drama. Sie haben nun zur Belohnung für Hinweise auf die Täter und die Motorräder hohe Geldsummen versprochen.

Wachhund hatte den Einbruch gemeldet

Engel ärgert sich vor allem, dass er die Warnmeldung seines Hundes, einem sehr treuen und wachsamen Rottweiler, nicht ernst genommen hatte. „Der Hund hat so gegen 3 Uhr angeschlagen. Aber nicht so, dass es sich so aggressiv angehört hätte. Nicht so, als wenn man versucht hätte, von vorn aufs Grundstück zu kommen.“ Am Haupteingang gibt es auch eine Kamera-Überwachung. Ähnlich war es seiner Frau Gabi gegangen. Und auch ein Angler, der derzeit dort auf dem weitläufigen Areal seinen Urlaub macht und nachts angelt, hatte das Warnzeichen nicht zum Anlass genommen, um nach dem Rechten zu sehen.

NVA-Maschendrahtzaun aufgetrennt

Die Diebe, es müssen mehrere gewesen sein und sich ausgekannt haben, hatten zunächst den zur L33 gewandten Seite des sogar mit Stacheldraht bewehrten Zaunes des ehemaligen NVA-Objektes, auf dem sich Wohnhaus und Fischerei befinden, aufgeschnitten. Von dort haben sie zunächst das Schloss des hinteren Tores geknackt und waren dann in die große Werkstatt, dem einstigen Speisesaal des NVA-Objektes, eingebrochen. Auch dabei wurde das Schloss zerstört. Sie ließen die dort abgelegten Geräte wie eine Benzin-Motorkettensäge der Marke Stihl und eine Heckenschere, ebenfalls mit Benzinmotor der selben Marke, mitgehen.

Täter kannten sich wohl gut aus

Ganz gezielt haben sie dann die dort abgedeckten Motorräder samt Helm vom Ständer genommen und aus dem Haus bugsiert. Erstaunlicherweise so leise, dass niemand sonst auf dem Grundstück alarmiert wurde. Durch das hintere Tor wurden die Fahrzeuge auf den Parkplatz vor der direkten Fort-Zufahrt geschoben und verladen.

Kripo hat Spuren aufgenommen

Die Spuren konnte Fort-Kommandantin Christina Schulz am nächsten Morgen noch feststellen. Auch die Kripo-Beamten untersuchten das Areal. Gefunden wurde lediglich eine Taschenlampe polnischen Fabrikats. Was nicht bedeuten muss, dass die Diebe Polen sind, betont Joachim Engel. Allerdings spreche viel dafür, dass die Täter geplant und wohlüberlegt zu Werke gegangen sind. Denn das eine Motorrad, eine zur Rennmaschine umgebauter Suzuki ohne Papiere, habe schon lange verdeckt in der Werkstatt gestanden. Sie gehört dem Schwiegersohn des Paares. Die andere Maschine, die 1400er Suzuki, mit der er gemeinsam mit seiner Frau gern Ausfahrten durch das Oderland unternommen hatten, und die eigentlich seinem Bruder Frank Küttner gehört, hat natürlich Papier, die die Täter jedoch nicht mitnehmen konnten. „Diese Ausfahrten waren unsere Lebensfreude“, sagt Engel traurig.

Jetzt bittet das Gorgaster Paar um Mithilfe: Wer Hinweise geben kann, meldet sich unter Tel. 033472 51200