Am 1. Mai gelang es der Polizei nach Hinweisen eines Golzower Jägers, einige von der Gruppe zu stellen.
"Wir Jäger sind auf der Hut und verständigen uns untereinander, wenn wir Wilderer feststellen, um uns gegenseitig zu helfen", berichtete Klaus-Dieter Lehmann über einen erneuten Vorfall am1. Mai, bei dem einer der Golzower Waidmänner von den Wilderern sogar persönlich bedroht worden war.

Angriff über die Beifahrertür

Am 1. Mai war der Jäger in seinem Revier am Heyengraben zwischen Alt Tucheband und Golzow unterwegs, als er den weißen Toyota Hilux, der bereits von anderen Jägern beobachtet worden war, sah. Wieder ging es querfeldein den Rehen nach, um sie für ihre Hunde zu ermüden. Um der Tierquälerei Einhalt zu gebieten, alarmierte der Jäger die Polizei. Das müssen die Wilderer mitbekommen haben und gingen zum Angriff über. Sie wollten über die Beifahrertür zu ihm ins Auto steigen. Auf der Seite seines Fahrzeugs hatte die Zentralverrieglung versagt. Doch dann nahmen die Wilderer wahr, dass der Jäger sein Gewehr dabei hatte und ließen von ihm ab.
Allerdings hatte der Jäger Fotos vom Auto und einem der Hunde der Wilderer gemacht. Ein zu Hilfe gerufener Waidmann konnte auch noch ein Video beisteuern. Dies wurde der Polizei übergeben, die sich auf die Nachverfolgung machte und die Täter auch stellen konnte. Es handelt sich den Pässen nach um irische Staatsbürger, die reisenden Großfamilien mit rund 50 Mitgliedern angehören. Das Fahrzeug, ein als Rechtslenker gebauter weißer Toyota Hilux, ist auch schon im Kreis Oberhavel  mit ähnlichen Delikten festgestellt worden, informiert Bärbel Cotte-Weiß, Sprecherin der Polizeidirektion Ost. Sie bestätigte auch, dass sich die festgestellten Personen ihr Geld mit Dachdecker- und Pflasterarbeiten verdienen. Ob es sich dabei allerdings tatsächlich wie vor Ort vermutet um Schwarzarbeit handelt, konnte die Beamtin nicht bestätigen. Es seien auch gültige Gewerbegenehmigungen vorgezeigt worden. "Noch sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen. Zwischen dem Bekanntwerden von Straftaten und der Verurteilung bei Gericht vergeht natürlich einige Zeit", dämpft Bärbel Cotte-Weiß Erwartungen, dass den  Wilderern nun rasch das Handwerk gelegt werden könnte.

Ermittlungen laufen

Vor allem komme es nun darauf an, dass der Staatsanwaltschaft ausreichend Beweise geliefert werden. Bislang gäbe es lediglich für eine Wilderei die entsprechende Beweislast und zahlreiche Zeugenaussagen. Richtig sei aber, dass die nun polizeibekannten Personen selbst auch wissen, dass gegen sie Ermittlungen laufen und dass sie zur Verantwortung gezogen werden können. Erschwerend sei für die Ermittlungsarbeit, dass es sich um reisenden Familien handele, deren Aufenthaltsorte europaweit wechselt. Bislang waren die Quartiere vor allem im Berliner Umland zu finden. "Wir wollen natürlich auch ein möglichst umfassendes Bild von der Situation erreichen und möglichst viel zusammentragen." Für kommenden Montag hat die Polizei eine Information über den Stand der Aufklärung angekündigt.