Bismarck, Matjes oder Bratfilet? Mit diesen drei Varianten erschöpft sich zumeist das Angebot an der Fischbude. Dass das Fischbrötchen längst Kultstatus als Kulturgut des Nordens erlangt hat, beweist nicht zuletzt der Umstand, dass seit 2011 an der Ostseeküste in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern jeweils an einem Samstag im Mai der "Weltfischbrötchentag" begangen wird. Die Hannover Messe wurde zu ihren Anfangszeiten im Volksmund als "Fischbrötchen-Messe" bezeichnet, da die dort auf Brötchen gereichten Fische für auswärtige Besucher ein auffallendes Merkmal der Messe waren.
Das Kuhbrücker Fischereihof-Team um Anne Krüger und André Schneider will am 1. Mai beweisen, wie kreativ die Zubereitung der Fischbrötchen sein kann. Auf nicht weniger als 14 verschiedene Sorten wollen sie es an diesem Tag bringen. Zum Einsatz kommen die traditionellen Heringe wie auch andere Fischsorten. Heilbutt zum Beispiel und Oderfisch vor allem. "Welche Sorten es genau sein werden, das soll aber erst noch ein Geheimnis bleiben", erklärt Anne Krüger, Tochter des Altfischers Detlef Schneider. Auf alle Fälle werde eine Vielzahl von Salaten für Abwechslung sorgen.
Stündlich wird ab 10 Uhr der Räucherofen am Oderdeich neu bestückt. André Schneider wird eine Hechtsuppe zubereiten. "Wir hoffen nur, das wir einigermaßen gutes Wetter bekommen. Sonst zieht es hier auch wie Hechtsuppe", meint der Fischer. Wobei er zweifelt, ob dieses Sprichwort tatsächlich mit der Suppe zu tun hat. Tatsächlich kommt das Wort aus dem jiddischen "hech soppa", was soviel bedeutet wie "starker Wind".
Starken Wind jedoch können die Kuhbrücker gar nicht brauchen. Schließlich sollen die Gäste auch die Küstriner Wasserwelt vom Boot aus genießen können. Die Touren werden vom Vorflutkanal aus in die Oder und ein Stück die Warthe hinauf führen, wo man einen Blick auf die historischen und modernen Anlagen der Küstriner Zellstofffabrik bekommt. Für die Kinder wird es eine Hüpfburg geben. "Wer will, kann das Wochenende auch auf unserem Zelt- und Caravanplatz verbringen. Der wird als Übernachtungsplatz direkt am Oder-Neiße-Radwege immer beliebter", erklärt André Schneider.
Der heute wie ein Fischerdörfchen anmutende Ortsteil von Küstrin-Kietz hat eine wechselvolle Geschichte. Sie beginnt bereits 1535, als in der Regierungszeit des Markgrafen Johann das Dörfchen Kietz aus militärischen Gründen auf der gegenüberliegenden Oderseite angelegt wurde. Einige Bürger verließen die Festung und siedelten sich nördlich des Kietzes an. 1573 wurden außerhalb der Festung 68 Gärten gezählt.
Aus den kleinen Gartenhäusern wurden bald feste Häuser und so entstanden die ,,Kurze- und die Lange Vorstadt". Die Lange Vorstadt erhielt ein immer stärkeres städtisches Gepräge. Der nördlichste Teil der Langen Vorstadt, am Zufluss des Mühlengrabens in die Oder gelegen, wurde ,,Kuhbrückenvorstadt" genannt.