Es war zwar ein ständiges Kommen und Gehen im Info-Punkt in der Wilhelmsauer Gastwirtschaft „So oder So“. „Aber den richtigen Andrang vergangener Jahre gibt es diesmal nicht“ stellte Isabel Widera fest, die den Stand am Sonnabend betreute. Offensichtlich wissen die meisten Freunde der Veranstaltung längst, wohin sie reisen wollen und haben sich anhand der schon traditionellen Karte ihre Route selbst zusammengestellt. Für Neulinge unter den Besuchern waren im Infopunkt Kostproben der Arbeiten aller zu sehen.
Gleich neben dem Info-Punkt zeigte Marion-M. Marquardt ihr „Schmuckwerk“. Ausnahmsweise in einer romantischen Ferienwohnung im alten Fachwerk, indem sie ihre Werkstatt hat, zeigte sie den an maritimen Mustern orientierten Schmuck.
Die alte Wilhelmsauer Fachwerkkirche war Neulingen des Projektes vorbehalten. Die „Grenzlandfotografen“ zeigten dort Fotos und Montagen. Die Fotografie steht traditionell mit den Arbeiten von Stefan Hessheimer aus Groß Neuendorf und Jörg Hannemann aus Kienitz hoch im Kurs. Nun aber kommt eine größere Vielfalt ins Spiel. Elke Brämer, selbst noch neu bei den Grenzlandfotografen, installierte passend für den Ausstellungsraum aus Fotos ein Gesamtbild, das sie nach dem Led-Zeppelin-Stück „Stairway to Heaven“ geschaffen hat. Stefan Hessheimer hat seine in den Jahren 1978 bis 1988 gemachten Aufnahmen vom DDR-Alltag ausgestellt. Malte P. Codenys aus Fürstenwalde und Torsten Zentner aus Strausberg hatten es übernommen, die Gäste zu führen und sie zum Abschied im Bild festzuhalten.
Gleich drei Ateliers standen in Ortwig offen. Bei Christian Masche, der neben seinen wunderbaren Holzobjekten nun auch edlen Schmuck fertigt, war Ines Schaikowski mit ihrer Installation „Hybride Heimat“ zu Gast. Warum bewahren wir Dinge auf, die wir längst nicht mehr nutzen, aber die wir uns angeeignet haben?, versuchte sie auf dem Dachboden des einstigen Ortwiger Gasthauses zu ergründen.
In die Vergangenheit, aber etwas konkreter in die eigene hat sich Katrin Heinrich mit einer vielbeachteten Montage in der alten Ortwiger Schule begeben. Das Federskelett einer alten Matratze bot die Fläche für Fotos ihrer Vorfahren, die mit Uniformeen und Feiertagsszenen den jeweiligen Zeitgeist dokumentieren. Die andere Seite betrifft Katrin Heinrich selbst. Jugend- und Kinderfotos sind ebenso dabei wie Liebesbriefe und Kurznotizen. Katrin Heinrich, aufgewachsen bei Magdeburg, hält wenigdavon, die Lebenszeit vor der Wende kleinzureden. „Wir sind die Kriegsenkelgeneration“, macht sie deutlich und zeigt auch ihre Jugendweihe von 1978 oder den Frühstückstisch im Garten am Morgen, nachdem sie mit dem Freundeskreis über Ungarn in den Westen gegangen war.
Ihr Mann Victorv Baselly beeindruckte mit seinen großformatigen Arbeiten. Seit  2011 hatte er dafür keinen passenden Räume gefunden.