Angefangen mit vier Tieren
Geht man über die Straße von Neufriedland 16, finden sich auf dem Straußenhof hinter dem großen Biergarten noch weitere Tiere. "Es gibt genug Weidefläche, wir kaufen nur Kraftfutter zu", sagt Holger Niemann. Er hat mit seiner Frau Michaela vor 15 Jahren den Straußenhof gegründet. Sich als Berliner mit dem Leben auf dem Land im Neuhardenberger Ortsteil Neufriedland einen Lebenstraum erfüllt. Ein Familienbetrieb ist entstanden, bei dem auch die sechs Kinder immer mit anpacken müssen. Was 2004 mit einem Hahn und vier Hühnern begann, hat sich gesteigert. 25 Tiere hat der Hof aktuell, acht davon sind Zuchttiere, die anderen Restbestände. Gehalten werden die afrikanischen Strauße, einem Mix aus Blau- und Schwarzhals-Rassen, für ihr Fleisch und ihre Eier. Verkauft wird durch Direktvermarktung in der Region. Und einen Teil der Angebote gibt es auch am Imbiss bei Neuhardenberg an der B167, den Michaela Niemann seit Jahren betreibt.
Während dessen ist Holger Niemann werktags für ein paar Stunden als Angestellter im Einzelhandel in Berlin unterwegs. Nach Feierabend kümmern sich beide um die Tiere. Die seien nicht besonders helle im Kopf, gibt Holger Niemann zu. Dafür aber sehr neugierig, auch schreckhaft. "Sie fressen alles was ihnen vor den Schnabel kommt, selbst Metall, da muss man aufpassen."
Darüber hinaus bietet der Straußenhof auf ihrem Gelände auch Zeltabenteuer für Schulklassen und Hortgruppen an. Das laufe schon gut, ebenso das Bereitstellen von Wohnwagen-Plätzen. "Wir sind Mitglied von Landvergnügen, dem darauf spezialisierten Reiseführer", sagt Michaela Niemann. Unter der Woche kämen Rentner, am Wochenende Familien mit ihren Reisemobilen. Sie bleiben über Nacht, versorgen sich oft mit Grill-Angeboten aus dem hauseigenen Hofladen.
"Die Eier gehen auch an viele Kunden raus", erzählt Michaela Niemann. Bis Ostern seien es unbefruchtete, die als Speise-Eier ihre Abnehmer finden. Danach halte man die Eier für die Brut zurück, "und für viel selbst gemachten Eierlikör, den wir wegen weniger Alkohol bewusst Straußentrunk nennen", fügt Holger Niemann an. Aktuell sind schon zehn Eier im Brutmaschine "eingelegt", entwickeln sich prächtig. Weitere folgen. Die ersten Küken des Jahres sollen zum Wochenende schlüpfen. Das passt, feiert doch der Straußenhof am Pfingstsonntag beim Kükenfest von 11 bis 17 Uhr sein 15-jähriges Bestehen.
Jubiläum mit vielen Angeboten
Das Kükenfest gebe es schon seit 2006 und sei wie Erntedank am 3. Oktober im Fest-Kalender etabliert. Beim Kükenfest jetzt können sich Besucher bei freiem Eintritt den Hof und die Tiere ansehen. Es gibt eine Hüpfburg für Kinder, dazu sämtliche Produkte vom Strauß (Fleisch, Wurst, Bouletten, Eier, Schnaps) und eine leichte Spargelcreme-Suppe. Gegen den Durst reicht man regionale Getränke, auch Bier vom Fass. Und selbstgemachte Gelees, Kinderkleidung, Seifen, Keramik und gestaltete Leer-Eier der Strauße bieten regionale Künstler an Ständen auch noch an.