In den beiden Carnevalshochburgen der Region haben am 11.11. des Jahres 2011, pünktlich um 11.11 Uhr, die Narren des Lebuser Carnevalclubs (LCC) und des Neuhardenberger Carnevalvereins (NCV) die Regentschaft für die fünfte Jahreszeit übernommen.
LCC-Präsident Klaus-Dieter Dölves und seine Minister hatten auf dem Parkplatz vor dem Lebuser „Rathaus“, der Amtsverwaltung, und vor einem Burgtor Aufstellung genommen. Die neue Lebuser (Narren-)Burg sei das Werk der LCC-Gardisten, verkündete der Präsident vorm zahlreich versammelten närrischen Volk. Dann inthronisierte er Ihre Lieblichkeit, Prinzessin Kerstin III. und Seine Tollität, Prinz Jan I. Das Lebuser Ehepaar Kohlmeyer ist das Prinzenpaar der 43. LCC-Saison.
Nachdem mit dem Konfetti-Regen aus der LCC-Kanone um ?11.11 Uhr die fünfte Jahreszeit „eingeschossen“ worden war, forderten die Carnevalisten den Stadtschlüssel. Den übergab diesmal Vize-Bürgermeisterin Monika Fritz – samt der fast leeren Stadtkasse. In der befanden sich nur einige Schokoladentaler. Denn echtes Bares sei in Lebus nicht zu holen, sagte Monika Fritz und erinnerte an das Millionen-Minus im Stadtetat. Damit das närrische Volk – darunter viele Burgschüler und ihre Lehrer sowie Lebuser Kita-Kinder – auf nichts verzichten mussten, hatte die Vize-Bürgermeisterin sich eine Krawatte umgebunden. Diese abzuschneiden, war der Part des Präsidenten der Wulkower Carnevaller, Frank Dinnebier. Die Vertreter des Vereins aus dem Lebuser Ortsteil waren auch diesmal zur Eröffnung der närrischen Saison in Lebus dabei.
Die Mini-Funken und Tänzerinnen des Jugendballetts gaben einen Einblick ins LCC-Programm der 43. Saison, die unter dem Motto „Der wilde Westen fängt an der Oder an“ steht. Und spätestens zur LCC-Hymne „Lebus liegt an der Oder“ schunkelte das gesamte versammelte närrische Volk mit.
Konfetti- und Bonbonregen kündigten dann einen weiteren Höhepunkt an: Aus der Tür der Amtsverwaltung trat ein frisch getrautes Hochzeitspaar. Die Lebuser Anja (22, geborene Uhle) und Thomas Schäpe (47) hatten sich an diesem 11.11. 2011 genau um 11.11 Uhr im Lebuser Standesamt das Ja-Wort gegeben.
Geheiratet wurde vor dem neueröffneten Landmarkt in Neuhardenberg zwar nicht, dafür gab es auch hier ordentlich Kamelle. Geschätzte 100 Kilo Süßigkeiten, so der Vorsitzende des Carnevalsvereins (NVC), Ralf Gehrke, wurden in die Massen gieriger Kinder geworfen, die das Naschwerk auffingen.
Auch das ehemalige Marxwalde war bereits um 11 Uhr blau. Mit lauter Musik wurden die zahlreichen Neuhardenberger vom traditionell in königsblau gekleideten Elferrat, Königspaar und Funkengarde auf den Parkplatz des neuen Marktes gelockt, um die Machtübernahme durch dieNarren mitzuverfolgen.
Bürgermeister Mario Eska erschien in klassischem schwarzen Anzug und kniete, wie in jedem Jahr, vor Ralf Gehrke nieder, um ihm den Schlüssel zur Gemeinde anzuvertrauen. „Wir werden ihn am Aschermittwoch auch ordnungsgemäß zurückgeben“, kündigte der Vorsitzende des NVC an. Er wisse um die verantwortungsvolle Aufgabe, die den Narren nun wieder für einige Monate bevorstünde. „Wir werden in dieser Zeit die Karre aus dem Dreck ziehen, damit ihr sie im Sommer wieder verbuddeln könnt“, sprach der Obernarr und startete um zehn Sekunden vor 11.11 Uhr gemeinsam mit dem Publikum den Countdown. Mit lautem Knall entlud sich der Carnevalsjubel in enthusiastischem „Helau“, bevor die Kindertanzgruppe des Vereins ihren Showtanz aufführte und die Carnevalisten zur Polonäse aniemierte.
Für den Geschäftsführer des neuen Landmarktes, Jörg Hartmann, war die Veranstaltung auf dem Parkplatz kein ungewohntes Bild. Der Rheinländer ist mit dem närrischen Treiben gut vertraut. Auch ihm wünschte NVC-Vorsitzender Ralf Gehrke alles Gute für sein Geschäft. Er hoffe, dass auch das Umland wahrnimmt, wie sich Neuhardenberg zu einem riesigen Einkaufszentrum entwickle, gegen das es Center in Frankfurt (Oder) und auch das A10-Center in Berlin bald schwer hätten. Schließlich habe Neuhardenberg sogar „Schlossanbindung“.