"Die Fähigkeit, einen guten Kaffee zu machen!", ist Slaweks Antwort, die prompt auf die Frage kommt, was er mitnimmt aus der ersten Saison deutsch-polnisches Schülercafé in der Alten Schmiede am Schloss Trebnitz. Was viele Menschen nach einer Instant-Kaffee-Erfahrung nicht hoch genug bewerten können, sind die Geschicke eines guten Gastronoms.
Doch nicht nur ums Kaffeemachen und Kuchenbacken dreht es sich im "Kaffee zum Glück". "Es gab Kurse in der Floristik, Buchhaltung und vieles mehr. Es geht um Teamarbeit in einem interkulturellen Umfeld", fasst es Projektleiterin Beata Rauch zusammen. Seit Mai, mit Beginn des schönen Wetters sozusagen, haben 24 Jugendliche aus Deutschland und Polen unentgeltlich beim Betreiben des Cafés geholfen.
Es gibt einen Einsatzplan, der die Schüler darüber informiert, an welchem Wochenende sie in Trebnitz Bestellungen entgegennehmen, Kaffee kochen und Kuchen verteilen sollen. Eine freiwillige Sache, zu der man viel Enthusiasmus entwickeln kann. "Zwei Schüler haben wir auf unserem Weg sozusagen verloren", sagt Beata Rauch. Das sind wenige. Und besonders die polnischen Schüler glänzen mit überdurchschnittlich häufiger Präsenz. Sie wurden meistens von ihren Lehrern nach Trebnitz gefahren - ebenfalls unentgeltlich. Und warum das alles? "Ich mag den Ort, es mag es hier", erklärt der 18-jährige Darek. Und seine "Kollegin" Kinga ergänzt, dass es Spaß mache, neue Erfahrungen zu sammeln und deutsche Freunde zu finden.
Die 24 Schüler haben im Endspurt ihrer Projektarbeit eine Woche lang jeden Tag vier Kuchen gebacken und selbst probiert. Eine süße Marathon-Arbeit, die auch ein haltbareres Ergebnis hat als das der Kuchen. "Wir werden ein Backbuch daraus entwickeln, die Kuchen fotografieren und die Rezepte aufschreiben", kündigt Beata Rauch an.
Bis Ende des Jahres werden die Schüler zwar das Café noch weiter betreuen. Die Lorbeeren sammeln sie nun aber schon in dieser Woche ein. Zum Dank für ihr Engagement geht es heute nach Rom. Im Januar werden die Lehrlinge dann selbst zu Lehrern. Die Projektleiterin ist zurzeit dabei, neue interessierte Schüler für das Café-Projekt zu gewinnen. Das sei auf polnischer Seite meist leichter als auf deutscher, aber das hat auch etwas mit dem integrativen Ansatz zu tun. "Wir sprechen erst einmal Schulen an, die Jugendliche mit Förderbedarf unterrichten", so Rauch. Slawek, Kinga und die anderen werden ihnen dann zeigen, welche Kunst es ist, einen guten Kaffee zu machen.