"Der Leitfaden war schon länger geplant. Umso schöner, dass er jetzt verwirklicht wurde", sagte Kerstin Dickhoff, Netzwerkkoordinatorin des herausgebenden NTI. Insbesondere Akteure, die mit Asylsuchenden und Flüchtlingen zu tun haben, sollen von den kompakten Informationen in dem 35-Seiten umfassenden Heft profitieren. Aufgrund der stets veränderten Sachlage, Gesetzesänderungen und neuer Rahmenbedingungen auf Bundes- und Landesebene sei es schwer, dem Anspruch der Aktualität fortlaufend gerecht zu werden. "Deshalb möchten wir auch auf unsere Homepage verweisen, auf der stets Neuerungen und Veränderungen bekannt gegeben werden", erklärte Kerstin Dickhoff.
Der Leitfaden kann von allen Personen und öffentlichen Institutionen wie Schulen oder Ämtern genutzt oder als Information ausgelegt werden. Interessenten können sich direkt beim NTI in Seelow melden. Das Bündnis, das sich aus Vereinen, Verbänden, Behörden, Kommunen und Einzelpersonen zusammensetzt, versucht damit einen wichtigen Baustein für zukünftige Integrationsarbeit zu fördern. Es geht darum, Personen, die sich zivilgesellschaftlich engagieren, besser zu vernetzen.
Dazu soll auch das Internetportal beitragen, dem seit kurzem der Landkreis Märkisch-Oderland angehört (MOZ berichtete). Unter der Webadresse mol.helpto.de können sich Bürger, Organisationen, Initiativen, Vereine und andere Flüchtlingsunterstützer unkompliziert austauschen, informieren und Hilfe anbieten. Das Projekt des Potsdamer Vereins "Toleranzedikt" unterteilt dabei verschiedene Kategorien, die als Angebote und Gesuche eingestellt werden können. Vizelandrat Lutz Amsel (Linke) stellte die Website im Rahmen des Netztreffens in Trebnitz vor. "Wir bekommen laufend Hilfeanfragen von Flüchtlingen und Flüchtlingsunterkünften und gleichzeitig Angebote für Hilfeleistungen und Spenden. Das können wir nicht alles koordinieren. Deshalb ist dieses Portal sehr wertvoll und effektiv", erklärte Amsel. "Help to" wird auch auf Englisch angeboten. Flüchtlinge könnten ihre Gesuche selbst eintragen, sagte Amsel.
Mehrsprachig soll auch der "Leitfaden" werden. "Ich hoffe das können wir realisieren", so Kerstin Dickhoff. Immerhin gäbe es viele Informationen, die für Asylbewerber, die gerade erst nach Deutschland gekommen sind, wichtig seien. So steht im Leitfaden beispielsweise, wie Asylverfahren ablaufen und an wen sich die Hilfesuchenden wenden könnten. Unterlegt werden die Informationen mit aktuellen Zahlen, Statistiken und Schaubildern. Darüber hinaus sind Kontakte und Adressen verschiedenster Ansprechpartner aufgelistet.
Das Netzwerktreffen, an dem Bürger, Verwaltungsmitarbeiter, Landkreisabgeordnete, Leiter von Flüchtlingsheimen und andere Unterstützer teilnahmen, beschäftigte sich auch mit der aktuellen Lage im Kreis. Hierzu wurden Fragen, Hinweise und Anregungen gesammelt, um dem Kreis direkte Vorschläge zu unterbreiten und gewisse Ansprüche klar zu formulieren. Die Palette reichte von verwaltungstechnischen Fragen wie der Schaffung eines Flüchtlingsbeirates bis zur Diskussion über Kernpunkte der anstehenden Integrationsaufgabe. Das NTI, dass 2000 gegründet wurde, ist ein bürgerschaftlich orientiertes kreisweites Netzwerk mit über 50 Mitgliedern aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Trägerverein ist der Kreis- Kinder und Jugendring Märkisch-Oderland.
Infos und Anforderung des Leitfadens über KKJR, Seelow, Tel. 03346 2015870, Internet www.leben-in-mol.de, E-mail: info@leben-in-mol.de