Die letzte Salon-Veranstaltung im Kunersdorfer Chamisso-Museum in diesem Jahr beginnt am Samstag um  16 Uhr. Geboten wird Lyrik von Adelbert von Chamisso. In seinem Zyklus "Frauenliebe und Leben" stellt Chamisso in neun Gedichten den Verlauf eines Frauenlebens dar. Er spannt den Bogen vom Dasein als Braut über die Ehe und Mutterschaft bis hin zum Tod.
Die Gedichte erschienen erstmalig 1830 und inspirierten viele Komponisten zu deren Vertonung: Carl Loewe, Franz Lachner und Robert Schumann, dessen Lieder auch heute noch in Konzertsälen erklingen. "Wir lassen diese Gedichte lesen, um einmal den Text in den Vordergrund zu stellen. Außerdem stehen auch einige Balladen von Chamisso auf dem Programm", erklärt Margot Prust vom Förderverein Kunersdorfer Musenhof. Es liest Nicole Haase, es moderiert Stefan Rohlfs, Leiter des Gerhart-Hauptmann-Museums in Erkner.
Adelbert von Chamisso (1781–1838) war ein deutscher Naturforscher und Dichter französischer Herkunft. Er unternahm 1813 botanische Exkursionen in die Umgebung von Berlin. Damals war sein eigentliches Studium durch die Kämpfe Preußens gegen die napoleonische Fremdherrschaft unterbrochen. Von Mai bis Oktober hatte Chamisso in Kunersdorf im Oderbruch Quartier genommen.
Er verfasste seine erste botanische Schrift über die Potamogetonen "Adnotationes quaedam ad Floram Berolinensem C. S. Kunthii..." und "Peter Schlemihls wundersame Geschichte" entstehen dort. Letztere ist ein Kunstmärchen. Es ist die Geschichte eines Mannes, der seinen Schatten verkauft.
Chamisso Museum, Dorfstraße 1 in Kunersdorf, Telefon 033456 151227, E-Mail chamisso-museum@kunersdorfer-musenhof.de. Der Eintritt kostet zwölf Euro pro Person.