"Wir wollen unser Profil als Linke auf allen politischen Ebenen stärken", erklärt die Kreisvorsitzende Bettina Fortunato den Grundtenor des Parteitages. Dabei gehe es nicht nur um die Arbeit auf kommunaler Ebene, sondern auch in den gewählten Landes- und Bundesparlamenten. Der Parteitag hat sich insbesondere mit Abkommen beschäftigt, die die EU mit der Welthandelsorganisation führt. Deutlich wurde, dass die Folgen solcher Abkommen bis auf die kommunale Ebene spürbar sein werden.
Die Linke spricht sich in ihrem Antrag zum Beispiel gegen eine Kommerzialisierung öffentlicher Dienstleistungen wie Wasserversorgung aus. Das bestehende System der kommunalen Verbände - derzeit mit Entscheidungsfindung vor Ort - droht zu zerbrechen, wenn dies in die private Wirtschaft übergeht. Die geplanten Freihandelsabkommen könnten auch das bestehende Vergaberecht für kleine Kommunen erschweren. "Die gegenwärtigen Informationen über die geheim geführten Verhandlungen bedrohen wesentliche Elemente der Daseinsvorsorge und die direkte Demokratie in den Kommunen", erklärt Fortunato.
Ein Punkt in dem mit großer Mehrheit bestätigten Antrag betrifft die Agrarpolitik. In Märkisch-Oderland besteht eine vielfältige Agrarstruktur mit großen Agrarunternehmen wie bäuerlichen Familienbetrieben, die konventionell oder ökologisch zum Teil unter erschwerten Bedingungen wirtschaften - im Vergleich zur Landwirtschaft in Nordamerika. Eine Marktöffnung für Agrarprodukte würde besonders kleinere Familienbetriebe und  Öko- Betriebe gefährden, heißt es bei den Linken. Dabei sei es irrelevant, ob eine Marktöffnung durch eine Harmonisierung von Standards und Verfahren, eine gegenseitige Anerkennung von Standards oder eine Senkung oder Abschaffung von Zöllen erreicht wird. Es drohe eine Öffnung des europäischen Markts für Lebensmittel, die mit Gentechnik, Wachstumshormonen oder in der EU nicht zugelassenen Pestiziden produziert wurden. Im Landkreis würden sich Bürger, Landwirte, Umweltschützer und Kommunalpolitiker seit Jahren gegen ein Aufweichen der Gesetzgebung, insbesondere für die Gentechnikfreiheit in der Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie, einsetzen. Eine Verhandlung der europäischen Gesetzgebung in diesem Bereich sei für die Linke nicht akzeptabel, wie auch Verhandlungen zum möglichen Fracking (Aufbrechen tiefer Gesteinsschichten zur Förderung von Öl und Erdgas) abgelehnt werden. Vor allem die siedlungsschwachen Bereiche wie dem Oderbruch würden bei der Erprobung solch neuer Technologien in Betracht kommen, wie der Versuch der CCS-Verpressung zeigte.
Der Kreisparteitag hat zudem alle Mitglieder aufgefordert, sich an der Unterschriftensammlung zum beschlossenen Antrag zu beteiligen und damit den Forderungen gegenüber der Landes- und Kommunalpolitiker Nachdruck zu verleihen.
In Müncheberg gab es auch einige Personalien. Joachim Fiedler aus Bad Freienwalde wurde zum Kreisschatzmeister gewählt. Helga Burghan aus Strausberg hatte ihre Funktion abgegeben. Gewählt wurden auch Simone Schubert aus Strausberg, Bettina Fortunato aus Seelow und Marco Büchel aus Bad Freienwalde als Vertreter für den Kreisverband in den Landesausschuss der Linken Brandenburg.