Es ist der oft emotionalste Moment auf der langen Fahrt gen Mittelmeer, den Jörg Nassler gleich im ersten Song beschreibt. Der Augenblick, wenn das erste Mal der Ozean am Horizon auftaucht. „Dann fahren wir an den Strand. Ich koche etwas und Dunja geht auf Muschelsuche. Und dann fließen auch schon manchmal Tränen“, erzählt Nassler freimütig und unglaublich ungezwungen und locker. Dazu spielt er ein von spanischen und französischen Rhythmen inspiriertes Lied auf seiner Gitarre, später spielte er auch auf einer Laute. Faszinierend ist dabei auch das perfekte Zusammenspiel von Emotion und Technik. Nassler nutzt für seine Stücke ein fußgesteuertes Gerät, das von ihm gespielte Passagen sofort aufnehmen und wiederholen kann. So klingt es an diesem Abend, als seien mehrere Gitarristen, Trommler oder Sänger mit auf der Bühne. Der Sound der Stücke wird damit voller, vielfältiger, manchmal fremdartig und noch interessanter.
Nassler erzählt von den Menschen, die die beiden bei ihren Touren treffen. Von windsurfenden Hippies, von neuen, afrikanischen, sehr gastfreundlichen Freunden, die sie auf ihren Tripps durch Marokko kennenlernten. Oder aber von den magischen Momenten am südlichsten Ende Europas, wo die lichter afrikanischer Städte den Himmel über dem Meer erleuchten. Zu allen diesen Erlebnissen gibt es jeweils ein Lied, mal stark durch den spanischen Flamenco geprägt, mal durch afrikanische Einflüsse inspiriert. Dunja Averdungs helle und dennoch kraftvolle Stimme gibt vielen Liedern dann wieder einen typisch europäischen Touch.
In der Pause konnten sich die Gäste des Länderabends die südländische Küche zu Gemüte führen. Eine kalte Gemüsesuppe (Gazpacho) kam genauso auf den Tisch wie Kuskus oder ein traditioneller Auflauf aus Kartoffeln, Hähnchen und einem speziellen Gewürz.