Es dürfte den Abgeordneten des Kreistages nicht schwer fallen, der Werkleiterin des Entsorgungsbetriebes Märkisch-Oderland (EMO), Angela Friesse für 2011 Entlastung zu erteilen. Weist doch der Jahresabschluss für 2011 ein ordentliches Plus für den Eigenbetrieb aus: 1,425 Millionen Euro Überschuss hat der EMO erwirtschaftet. Und zwar planmäßig.
Denn der Überschuss ist nötig, um systematisch den Verlust auszugleichen, den der Entsorgungsbetrieb seit 2008 vor sich her schiebt. In jenem Jahr hatte der Landkreis die Hennickendorfer Deponie und mit ihr einen Schuldenberg übernehmen müssen. Er beläuft sich derzeit noch immer auf rund 4,66 Millionen Euro. Der Jahresgewinn müsse zwingend in voller Höhe zum Ausgleich der Übernahmeverluste eingesetzt werden, heißt es denn auch in der Beschlussvorlage für die Kreistagsabgeordneten.
"Wir haben die Gebühren so kalkuliert, dass wir nach 2008 keine sprunghafte Erhöhung brauchten, sondern den Verlust systematisch abbauen können. Das derzeitige Gebührenniveau ist ausreichend", erklärt EMO-Werkleiterin Angela Friesse.
Wirtschaftsprüfer Frank Horschke sprach am Montagabend in der Beratung des EMO-Werkausschusses von einem "normalen Jahr" 2011 und einer "geordneten Vermögenslage" des kreislichen Eigenbetriebes. Der Ausschussvorsitzende Reiner Spies dankte Angela Friese und ihren Mitarbeitern für die gute Arbeit. Was den Neubau des EMO-Verwaltungssitzes auf dem einstigen Parkplatz des Kreisverwaltungskomplexes in Strausberg betrifft, dessen Rohbau derzeit von der Lebuser Firma KEB errichtet wird, so betont die Werkleiterin: "Der Neubau wird sich auf das Gebührenniveau nicht auswirken." Der rund 1,8 Millionen Euro teure Bau soll in einem Jahr fertig sein.