Es bedurfte nur weniger Rhythmen und schon wippten viele Gäste mit. Wer getragene Folklore erwartet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Akteure des Alt Rosenthaler Chores "Kariolle"setzten bisher nicht gekannte Akzente in Sachen Musikrepertoire. Kaum einer konnte glauben, dass es erst der zweite öffentliche Auftritt der jungen Gruppe ist. Vor einem Jahr hat Judith Leopold sie ins Leben gerufen.
Die 42-Jährige war erst vier Monate zuvor aus Berlin ins Oderland gezogen. Und hat offensichtlich jede Menge Lebensfreude mit gebracht, die sie nun auf ihre Mitstreiter überträgt. Die Gruppe hat sich internationaler Folklore verschrieben. Ungarische, russische, polnische, deutsche und rumänische Lieder erklangen an diesem Nachmittag - dazu einige deutsche Weihnachtslieder. Der Enthusiasmus der Sänger schwappte schnell über. Und passte bestens zu dieser Ausstellung, bei sich alles ums Handgemachte dreht.
"Es geht seit 20 Jahren nicht darum, dass jedes Werk rundum schön ist", formulierte es Vizebürgermeister Jörg Krüger. "Es geht darum, dass sich Menschen mit dem Material beschäftigen, etwas schaffen. Manche bringen es zur Meisterschaft, wie die Ausstellung wieder einmal zeigt."
Für Ute Hammel war es die siebte Ausstellung, seit sie die Keramikwerkstatt leitet. Sie dankte der Stadt und den Abgeordneten, die trotz knapper Kassen zur Einrichtung stehen und damit vielen Menschen eine Stätte der Kreativität sichern. Die ganze Woche über herrscht Betrieb im Haus. Die Keramikwerkstatt hat selbst mehrere Zirkel, in denen über 50 Leute regelmäßjg töpfern. Hinzu kommen wöchentlich bis zu 60 Teilnehmer aus Projekten, Schularbeitsgemeinschaften, Selbsthilfegruppen, der Format GmbH, der Dolgeliner Kita oder der Seniorentagesstätte der Diakonie. Im Laufe der 20 Jahre haben Hunderte in dem markanten Klinker-Gebäude am Markt gearbeitet, darüber auch zu neuem Lebensmut gefunden. Roswitha Fechner aus Neulangsow ist die dienstälteste Hobby-Töpferin. Sie hat schon die erste Ausstellung - die fand noch im Kreiskulturhaus statt, weil es die Alte Dampfbäckerei als Kreativ- und Begegnungsstätte noch gar nicht gab - mitgestaltet. Die 78-Jährige dankte allen, die die Einrichtung in zwei Jahrzehnten gefördert haben. "Ich wünsche mir, dass sie noch lange offen ist und ich mit meinen mittlerweile etwas zittrigen Fingern weiter meinem Hobby frönen kann", so Roswitha Fechner.
Neben Keramik in allen Formen und Facetten gibt es auch bei der Jubiläumsschau Mal- und Zeichenarbeiten zu sehen. Vor zwei Jahrzehnten zeigte Christina Kloke noch als Kunstlehrerin Arbeiten ihrer Schüler. Seit 2001 ist der von ihr geleitete Mal- und Zeichenzirkel, der ebenfalls in der Dampfbäckerei seine Heimstatt hat, Mitgestalter der Adventsschau.
Ein Dankeschön ging an Marion Hönisch, Annemarie und Bernhard Stolz aus Dolgelin sowie Ingrid Hammel, die mit viel Fleiß die Schau vorbereitet und dekoriert hatten.