Diese "wunderbare Gemeinschaftsleistung" mache ihm Hoffnung für Europa. Und: "Diese Kinder schaffen das!" Das sagte Liedermacher Rolf Zuckowski am Ende der knapp einstündigen Vorführung, nachdem sich der Vorhang der Bühne im großen Saal des Kreiskulturhauses geschlossen hatte. Zuckowski und seiner Frau Monika verdanken die je 20 Viertklässler der Neuhardenberger Grundschule und der Szkola Podstawowo aus Golenice bei Gorzow ihre einwöchige "Klassenreise zur Musik". Denn deren Finanzier ist Zuckowskis Stiftung "Kinder brauchen Musik".
Seit Montag hatten die Neuhardenberger Grundschüler und die Schüler aus ihrer polnischen Partnerschule im Schloss Trebnitz gemeinsam geprobt und voneinander gelernt. Denn das Stück "Wo ist Susi?", das auch diesmal einstudiert wurde, ist zweisprachig. "Weil wir wissen, dass es an effektiv dreieinhalb Tagen Probenzeit unmöglich ist, alle Liedtexte einzustudieren, hatten wir den Teilnehmern die jeweils vier Lieder in ihrer Muttersprache vorher auf CD geschickt", berichtet Marie Adamowicz. Die Musikerin ist die künstlerische Leiterin des Musikreise-Projektes, das es seit 2012 gibt und das zum sechsten Mal in Trebnitz stattfand.
Zum "großartigen Workshop-Team", wie Rolf Zuckowski sagte, gehören neben Marie Adamowicz noch Ula Malec, Thomas Majka und Artur Dzink. Letzterer ist der Autor des Stückes, in dem sich Susis Bruder und einige Freunde per Heißluftballon auf die Suche nach dem verschwundenen polnischen Mädchen machen und in halb Europa neue Freunde kennenlernen.
Es ist am Ende kaum zu glauben, wie die Mädchen und Jungen das geschafft haben: Sieben Lieder gibt es in dem Stück, darunter so bekannte wie "Lieder, die wie Brücken sind", "Starke Mädchen" oder "Wir sind Kinder". Zu allen haben die Teilnehmer der "Klassenreise zur Musik" die Texte - zum Teil sogar zweisprachige - und viele noch dazu ihre Soli sowie Tanzeinlagen einstudiert!
"Diesmal war der Zusammenhalt unter den Teilnehmern besonders gut", lobt Marie Adamowicz. Ob das daran liegt, dass es Schüler aus Partnerschulen waren, kann sie nicht beurteilen. Jedenfalls hätten alle die Sprach- und Integrationsspiele zu Beginn, die "Tandem-Arbeit" mit je einem deutschen und polnischen Kind, das tägliche "Musik-fit" vor dem Frühstück und die anderen Angebote voller Begeisterung mitgemacht. Denn die Reise-Woche bestand durchaus nicht nur aus Proben, es wurde auch Bergfest gefeiert und Apfelmus gekocht.
Schade war am Ende nur, dass zur Aufführung kaum der halbe Saal besetzt war. Man habe Angst gehabt, dass zu viele Zuschauer die Kinder allzu nervös machen würden, erklärt Darius Müller, der Leiter der Bildungs- und Begegnungsstätte Schloss Trebnitz. Er hat den Eltern der polnischen Schüler im Publikum übersetzt, was Rolf Zuckowski sagte.
Unter den Zuschauern waren Schüler der Sprachklasse 2c der Grundschule Seelow mit Klassenleiterin Doreen Schwander. Sie überreichten dem Liedermacher ein selbst gebasteltes Plakat, auf dem sie sich vorstellen. "Wir würden sehr gern am Klassenreise-Projekt teilnehmen", sagte Doreen Schwander. Rolf Zuckowski sicherte zunächst zu, zu einer Musikstunde zu kommen.