Auch das Gymnasium auf den Seelower Höhen besucht das Team seit einigen Jahren. Schüler der elften Klasse konnten in diesem Jahr in die Kriminologie schnuppern. Eine Art Planspiel hatten Biotechnologe Toni Luge und Biotechnologie-Student Nick Förster den Jugendlichen mitgebracht. "Wir haben vom BKA fünf DNA-Proben bekommen und eine weitere Probe vom Tatort isoliert", leitet Förster ein. "Und wir finden heute heraus, wer der Täter ist."
Vorab ließen sich die Wissenschaftler von den Schülern noch einmal wiederholen, was die DNA genau ist. Die Desoxyribonukleinsäure ist Träger der Erbinformation. "Kein Mensch ist einem anderen gleich", erinnert Förster.
Die feinen Unterschiede der DNA konnten die Schüler in Zweierteams in der Praxis sichtbar machen. "Man braucht sehr viel Geduld", erkennt Marejke Lenz sofort, als sie ihrem Teamkollegen Tobias Ronniger beim Pipettieren zusieht. Auch eine ruhige Hand ist nötig, um die flüssige, isolierte DNA in einen kleinen Spalt in das von einer Elektrolytlösung umgebene Gelkissen zu spritzen.
"Vorsicht, jetzt hast Du in das Gel gestochen", beobachtet Luge und verrät, wie man genauer treffen kann: die freie Hand als Stabilisator zu Hilfe nehmen.
Das Verfahren nennt sich Gelelektrophorese. Dabei werden DNA-Stränge nach ihrer Länge getrennt. Der Vergleich zu einer bekannten Größe - im Experiment die DNA, die vom fiktiven Tatort isoliert wurde - macht dann eine genaue Zuordnung möglich.
Als Nick Förster fragt, wer sich ein naturwissenschaftliches Studium vorstellen kann, gehen sachte vier Hände in die Höhe. "Wir wollen einen Einblick ins Studium und das wissenschaftliche Arbeiten geben. Die Schüler können herausfinden, was ihnen liegt und was nicht", sagt Luge. Vielleicht reift in einigen Seelowern jetzt der Wunsch nach einem Biotechnologiestudium.