Der Landkreis wird zum 1. Juni 2019 flächendeckend die Biotonne einführen. Der Kreistag hat den entsprechenden Beschluss gefasst. Das Ganze geschieht auf freiwilliger Basis. Das heißt, nur, wer die Tonne will, bekommt eine aufgestellt.
Rasenschnitt, kompostierbarer Abfall, Küchenreste – all das landet in vielen Haushalten noch in der Restmülltonne. Weil all diese Stoffe verwertbar sind, besteht mit dem Kreisaufwirtschaftsgesetz die Pflicht, Möglichkeiten des Einsammelns zu schaffen. Eigentlich sollte das schon ab 2015 erfolgen. Im Wissen um die Vorbehalte gegenüber der Biotonne  hat der Kreis die Einführung immer wieder verschoben. Doch der Gesetzgeber drängte. Daraufhin startete der Entsorgungsbetrieb MOL (EMO) im April 2017 einen Modellversuch. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse waren ausschlaggebend für die Entscheidung des Kreistages, die Biotonne ab 2019 flächendeckend in Märkisch-Oderland einzuführen.
In Fredersdorf-Vogelsdorf, Alt Tucheband, Golzow, Seelow und im Wohngebiet Albin-Köbis-Ring/Strausberg werden seit einem Jahr Bioabfälle gesammelt.  Vorbereitet und begleitet wurde der Modellversuch von der GAVIA Berlin. Geschäftsführer Heie Erchinger erläuterte den Abgeordneten das Verfahren und die Ergebnisse. Man habe bewusst unterschiedliche Siedlungsstrukturen gewählt, sagte er. Vor allem in Fredersdorf-Vogelsdorf werde das Angebot sehr gut genutzt. Zufriedenstellend sei auch die Qualität der erfassten Bioabfälle.
Die Abfälle werden vergoren und dann kompostiert. Der Anreiz für die Bürger zur Nutzung besteht darin, dass die Entsorgung günstiger ist als für Restmüll. Eine Leerung kostet für die 120-Liter-Tonne zwei Euro. Bei der Restmülltonne sind 3,13 Euro zu zahlen. Aufwendungen des Modellversuchs in Höhe von 110 000 Euro stehen laut Erchinger im ersten Jahr Einnahmen von 88 000 Euro gegenüber. Die Differenz wird über die Grundgebühr, die jeder Bürger zahlen muss, ausgeglichen.
Nach dem Beschluss im Kreistag erfolgt jetzt die Ausschreibung. „Wir gehen davon aus, dass 80 Prozent der Kosten über die Leerungsgebühr getragen werden“, erklärte Angela Friesse. Im ersten Jahr soll keine Aufstellgebühr erhoben werden, um einen Anreiz für die Bürger zu schaffen. Sie sicherte zu, dass es eine kreisweite Haushaltsabfrage gibt, um zu ermitteln, wer eine Biotonne haben will. Die genauen Kosten liegen erst mit dem Ergebnis der Ausschreibung vor. Dann werden die Bürger informiert. Beschlossen hat der Kreistag auch die Fortsetzung des Modellversuchs in den fünf Orten bis 2019. Das heißt, dort bleiben die Biotonnen stehen.