Die Fangemeinde des Lebuser Carnevalclubs hält nichts vom legendären Umzug ab - bittere Kälte schon gar nicht. Am Wochenende zogen sie wieder mit Staatskarosse und Burg durch die Stadt. An den Tankstellen gab‘s Heißes, Süßes und Walzer im Schnee.
Beste Stimmung herrscht am Sonnabend auf der „närrischen Meile“ in Lebus - und das bei eisiger Kälte. Die Minustemperaturen bereiten dem ausgelassenen Faschingsvergnügen der Besucher keinen Abbruch. Der Umzug, der sich gut zwei Stunden durch die Stadt bewegt, glänzt wieder mit bunten Kostümen, leuchtend „gefärbtem“ Haupthaar und einer Staatskarosse mit Sommerdach. Prinzessin Kerstin III. läuft lieber und lächelt mit der Wintersonne um die Wette. Sie trägt Zwiebelprinzip. Fünf Lagen Kleidung, verrät sie, halten unterm Kostüm warm. Sogar die Funken sind diesmal auf Thermo- statt Strumpfhose umgestiegen. „Es sind schon zu viele von uns krank“, sagt Caroline Minack.
Derweil wärmen Ingrid und Manfred Krolle Glühwein an der ersten Tankstelle. Für den Umzug sind sie extra aus Frankfurt (Oder) gekommen. „Weil wir den Verein so gut finden“, sagt die Frau, „kommen wir schon seit Jahren.“ Sie singen auch im Lebuser Seniorenchor. Elisabeth Radtke hat mit ihrem Mann, dem Bürgermeister, mächtig aufgefahren. Auf der improvisierten Theke drängt sich Kuchenblech an Kuchenblech, Waffeln für Kinder und selbstgebrauter Punsch mit und ohne Schuss für das närrische Volk. Elisabeth Radtke selbst ist nicht beim LCC. „Aber ich finde es schön“, sagt sie, „dass die Leute etwas auf die Beine stellen. Und das unterstützen wir.“ Der Bürgermeister wäre auch gern dabei gewesen, konnte aber nicht wegen eines Klassentreffens.
Klaus Fritsche ist Lebuser, Revierpolizist und seit zehn Jahren an der Strecke, wenn er gerade Dienst hat. „Wenn man hier lebt“, sagt er, „dann gehören die Umzüge dazu.“ Ob es eine Tour gab, die ihm besonders gefiel? „Jede ist toll, jede hat ihren Reiz“, sagt er. Das findet auch Klaus-Dieter Dölves, der Präsident. „Da macht auch die Kälte nichts“, sagt er. „Nur Regen. Das ist das Schlimmste.“
Bis das Ziel erreicht ist, das ist immer am Prinzenpaar-Heim, kommen noch einige Tankstellen. In der Straße der Freundschaft wartet schon die nächste. Drei Familien haben sich zusammengetan: Dölves, Zeihn und Lehmann. Dort steigert sich die Stimmung auf den Höhepunkt. Spätestens als zum ersten Walzer im Schnee aufgefordert wird, ist dann auch niemandem mehr kalt.
Am Wochenende sorgte der LCC mit seinem Programm „Der wilde Westen fängt gleich hinter der Oder an“ im Kulturhaus wieder für ausgelassene Stimmung. Nächste Termine sind am 18. Februar, ab 20 Uhr und 20. Februar, 19 Uhr. Am 19. Februar steht ab 14 Uhr der Kinderkarneval an.