Die Jäger der Verbände MOL und Seelow haben im Jagdjahr 2019/20 das Erlegen von 85 Bibern im Gebiet des Gewässer- und Deichverbandes Oderbruch (Gedo) gemeldet. Das sind drei mehr als im Jahr davor, informierte Michael Saß, Bibermanager des Gedo, den Jagdverband Seelow.
Wie hoch die Dunkelziffer ist, könne niemand sagen. Ebenso unbekannt ist aktuell die Zahl der im Deichverbandsgebiet lebenden Nager. Die letzte Schätzung stammt von 2018 und belief sich auf 1700. Das Landesumweltamt hatte ein externes Büro mit der Ermittlung der Population beauftragt.

Höhe der Biberpopulation unbekannt

Michael Saß informierte, dass die überarbeitete Biberverordnung erlassen wurde, ohne die Hinweise aus Märkisch-Oderland und anderen Bereichen zu berücksichtigen. 95 Prozent der Hinweise seien komplett ignoriert worden. Sie sei unzureichend. So müssten weiterhin aufwändige Einzelanträge auf Abschuss gestellt werden. Ein vorbeugender Schutz von Infrastruktur und Hochwasserschutzeinrichtung sie nicht möglich. Der Landkreis bereitet eine neue Allgemeinverfügung vor.

Nutria auf dem Vormarsch

Der Nutria sei noch nicht ins Verbandsgebiet eingedrungen, sei aber auf dem Vormarsch. Im Gegensatz zum Biber kann Nutria ebenso bejagt werden wie Bisam. Beim Bisam sie es in mühevoller Kleinarbeit gelungen, am Oderdeich Begehungsscheine für den Fänger in allen 21 Revieren zu erhalten. In anderen Bereichen sei das noch nicht der Fall.