Welch ein Tag für die Übergabe der Plakette: Ausgerechnet am Mittwoch, als die Nachricht von der Befürwortung der Oderbruch-Bewerbung für das Europäische Kulturerbe-Siegel durch die Kulturministerkonferenz der Länder bekannt wurde, war Tobias Hartmann nach Lebus gekommen.

Der 34. Kulturerbeort im Oderbruch

Der Vertreter des für die Bewerbung federführenden Oderbruch-Museum Altranft übergab dem Lebuser Bürgermeister Peter Heinl und den Vertretern des Heimatvereins Lebus die Plakette, die das Museum Haus Lebuser Land als Kulturerbeort im Oderbruch ausweist. Es ist der 34. von bislang 36 Erbeorten im Bruch.
Mehrfach war die Ausweisung des Lebuser Kulturerbeortes in diesem Jahr coronabedingt verschoben worden. Nun nutze Tobias Hartmann die Mitgliederversammlung des Heimatvereins Lebus, der das Museum betreibt, als würdigen Rahmen für die Übergabe der Plakette mit dem Drähn-Spaten als Symbol für die Urbarmachung des Bruchs.

Lebuser Heimatverein ist ein Tausendsassa

Vorm Beginn der Versammlung bezeichnete Tobias Hartmann die Stadt Lebus als einen „sehr vielfältig aufgestellten“ Erbeort am Südzipfel des Oderbruchs und seinen Heimatverein als „Tausendsassa“ und Multitalent, das den Lebusern und Besuchern der Stadt jede Menge kulturhistorische und andere Angebote mache.
Diese reichen von der Betreuung der Dauer- und der wechselnden Ausstellungen zur Geschichte der einstigen Bischofsstadt und der überregional bedeutenden archäologischen Funde über Vorträge, Lesungen, Wanderungen und Radtouren bis zur Organisation des Erntefestes und die Pflege der Pontischen Hänge an der Oder.

Günter Eich-Initialen im Schränkchen

Hartmann hatte das kleine, alte Wandschränkchen mitgebracht, in dem Lebus als Erbeort künftig im Altranfter Museum repräsentiert wird. Es ist, wie das Lebuser Museum, in zwei Etagen und mehrere Abteilungen unterteilt. Die Initialen GE stehen für den Lebuser Dichter Günter Eich. Die Ausstellung zu selbigem soll in Kürze umgestaltet und aktualisiert werden, kündigte Helga Töpfer vom Museumsbeirat des Heimatvereins am Mittwoch an.
Ein Bronze-Ring steht im Wandschränkchen für den auf dem Lebuser Burgberg entdeckten Bronzeschatz, ein Miniaturhelm für den Kriegsschauplatz Lebus, ein Fisch für die Geschichte der Oder-Fischerei im Kiez.
Der Vertreter des Altranfter Museums lobte das Engagement der Stadt Lebus für die Sanierung des Museums 2005, die finanzielle Unterstützung des Museumsbetriebs und die Entscheidung für die Mitgliedschaft in der kommunalen Arbeitsgemeinschaft der Oderbruchorte.
Heimatvereinsvorsitzender Günter Fehling erklärte, er und seine Mitstreiter freuten sich auf die Zusammenarbeit und hofften auf viele Anregungen für die Arbeit. Eine Exkursion nach Altranft sei ins Auge gefasst. Die Vertreterin des Amtes Lebus, Iris Frackowiak, und Bürgermeister Peter Heinl erhoffen sich durch die Ausweisung des Kulturerbeortes eine wachsende Bekanntheit der Stadt und mehr Besucher.