Eigentlich sollte es am 1. Januar schon seine Arbeit aufnehmen, das EVTZ Transoderana. Deutsche und polnische Kommunen entlang der traditionsreichen Ostbahn wirken seit Jahren für eine Entwicklung der Strecke. Mit Erfolg, wie die nach wie vor steigenden Pendlerzahlen belegen. Zunächst sicherte eine Interessengemeinschaft Ostbahn die Lobbyarbeit. Da solch ein Zusammenschluss nicht ausreicht, um auf Dauer Projekte zu entwickeln, wurde die Gründung eines EVTZ beschlossen. Doch der Prozess zieht sich hin. Nur Rehfelde und Hoppegarten haben bisher einen Beschluss gefasst, Gründungsmitglieder zu werden. Alle anderen haben Entscheidungen vertagt, weil nach wie vor Details und vor allem die Finanzierung nicht geklärt sind.
Auch die Kreisstadt hat ihren Beschluss ausgesetzt. Seelows Bürgermeister sieht jetzt jedoch neue Ansatzpunkte. Nach einer Veranstaltung im Bundesverkehrsministerium Berlin sei deutlich geworden, dass den EVTZ künftig eine besondere Rolle zukommen wird. Im zweiten Halbjahr übernimmt Luxemburg die EU-Ratspräsidentschaft. Schon jetzt sei angekündigt, dass dann Entscheidungen zu EVTZ auf den Weg gebracht werden sollen. "In der nächsten Förderperiode sind Mittel direkt für EVTZ anvisiert", sagt Schröder. Deutlich gemacht worden sei in Berlin, dass es besondere Festlegungen geben könnte, wie etwa Sonderzonen in strukturschwachen Regionen, wie es letztlich das Oderbruch darstellt.
Im März haben Vertreter der deutschen Kommunen einen Termin in Potsdam bei Staatssekretär Rainer Bretschneider. Ziel sei es, so Schröder, das EVTZ als Pilot- und Modellregion im Land festzuschreiben. Für Vorhaben in Kommunen entlang des Korridors links und rechts der Bahnstrecke sollen mit Hilfe von Fördermitteln und gemeinsamer Lobbyarbeit Vorhaben auf den Weg gebracht werden.
Jörg Schröder gehört wie die Müncheberger Bürgermeisterin Uta Barkusky und der Rehfelder Bürgermeister Reiner Donath zum Sprecherrat der EVTZ-Gründungswilligen. Nach der Runde in Potsdam wollen die Akteure einen neuen Anlauf starten, um alle Kommunen entlang der Ostbahn mit ins Boot zu holen und auch den Landkreis. Der Kreistag hatte 2014 eine Mitgliedschaft abgelehnt. "Wir werden über die Fraktionen das Thema noch einmal aufrufen und im Wirtschaftsausschuss vorstellen", blickt der Bürgermeister voraus. Die meisten Kommunen, die bisher einen Beschluss zurückgestellt haben, hatten immer wieder auf die Mitgliedschaft des Kreises gepocht.
Schröder verweist auf den neuen Bundesverkehrswegeplan, in dem die Ostbahn als ein Vorhaben eingeordnet ist. Es gehe um den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung. Die Strecke würde damit noch attraktiver. "Dafür brauchen wir eine große Lobbyarbeit", sieht es der Verwaltungschef. Wichtig sei zudem die Einbindung der polnischen Staats-Bahn und der Deutschen Bahn in den Gründungsprozess. Dieser Aspekt sei bisher vernachlässigt worden.