Knapp 40 Demonstranten hatten sich am Sonnabendvormittag zu einem inhaltsreichen Vorfrühlingsspaziergang durchs Oderbruchdorf aufgemacht. Vom Treffpunkt nahe der Feuerwehr ging es zu den ehemaligen Rinderställen, die nach Plänen der Landwirtschaft Golzow Betriebs GmbH zu Hähnchenställen umgebaut werden sollen. 70 000 Masthähnchen sollen hier nach Fairmast-Kriterien, einem zertifizierten Haltungsverfahren, das den Tieren bessere Bedingungen als in der herkömmlichen Hähnchenmast bietet, heranwachsen.
Die Demonstranten um den Golzower Peter Tiedtke und Thomas Scharnow, dessen Haus knapp 300 Meter von den Ställen entfernt steht, sehen in erster Linie Gefahren für die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt. Die Argumente der Stallgegner wurden auf dem kleinen Marsch per Megaphon zu Gehör gebracht. Sie finden sich auf der Seite www.unser-golzow.de.
Die Gemeindevertreter und Bürgermeister Frank Schütz (CDU) haben sich für den Stall-umbau ausgesprochen. Gemeinsam mit Landesbauernpräsident Henrik Wendorff machte Frank Schütz am Rande des Regionalen Dörfertreffens am Sonnabend im Golzower Filmmuseum darauf aufmerksam, dass Landwirtschaft nun mal zum Dorf gehört. Bis Mitte des Jahres wird das Landesumweltamt zu den Stall-Umbauplänen Stellung nehmen.