Seit dem Jahr 2018 gibt es den „World Cleanup Day“. Seither treffen sich am dritten Sonnabend im September Millionen Menschen auf der ganzen Welt, um in ihrem Heimatort aufzuräumen. Im vorigen Jahr zählten die Veranstalter 8,5 Millionen Beteiligte in 191 Ländern. Auch in Seelow wurde schon drei Mal zum „World Cleaning Day“ aufgerufen. Lokaler Initiator ist Hans Peter Thierfeld, Geschäftsführer der Sewoba GmbH Seelower Wohnungsbaugesellschaft. „In diesem Jahr wollen wir die zur Tradition gewordenen Aktion fortführen“, erklärt er auf Anfrage von MOZ.de.
Am Sonnabend, 17. September, ist es wieder so weit. Um 10 Uhr treffen sich alle Interessierten auf dem Puschkinplatz in Seelow – an der Bank vor der Volkssolidarität. „Die Welt räumt auf und Seelow macht mit“, lautet das Motto in diesem Jahr. Thierfeld hofft auf noch bessere Beteiligung als 2021. Damals wurden insgesamt 380 Kilogramm Müll eingesammelt.

Arbeitshandschuhe und Mülltüten mitbringen

Die Initiative ist für zwei Stunden angesetzt. „Von 10 bis 12 Uhr“, so Thierfeld. Auf dem Marktplatz wird von der Firma Remondis ein Container aufgestellt. „Den wollen wir vollkriegen. Das ist unser Ziel.“ Wer mitmachen will, sollte „möglichst gute Laune, Arbeitshandschuhe und Mülltüten mitbringen“, wünscht sich der Sewoba-Chef. „Zwei Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt Seelow helfen beim Einsammeln. Bürgermeister Jörg Schröder und Citymanagerin Ilona Weisemann haben ihre Teilnahme bereits zugesichert – wie auch schon im vergangenen Jahr.“ Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel wird erneut die Schirmherrschaft für die Seelower Aktion übernehmen. In einem Grußwort macht er auf die Wichtigkeit des „World Cleanup Days“ aufmerksam: „Es gibt bisher keinen Ersatzplaneten, den wir besiedeln könnten, falls wir unsere Ökosysteme und damit unsere Lebensgrundlagen zerstört haben. Immer mehr Menschen wird das bewusst und sie wollen deshalb handeln. Dieses Handeln beginnt meist direkt vor unserer Nase, in unserem unmittelbaren und persönlichen Umfeld.“
Auch die Aufräum-Aktion in Seelow sei so zu verstehen, macht Thierfeld deutlich. „Vom Puschkinplatz aus sollen die Teilnehmer an Stellen in der Kreisstadt ausschwärmen, die ihnen besonders am Herzen liegt“, so der Initiator. Es könne aber auch der eigene Garten oder der Garagenkomplex sein. Für Ilona Weisemann seien das besonders Plätze, die viel besucht werden. „Zum Beispiel die Spielplätze oder rund um den Marktplatz oder am Kulturhaus“, listet die Citymanagerin auf.
Sewoba-Chef Hans Peter Thierfeld und Seelows Bürgermeister Jörg Schröder bei der Aktion im vorigen Jahr.
Sewoba-Chef Hans Peter Thierfeld und Seelows Bürgermeister Jörg Schröder bei der Aktion im vorigen Jahr.
© Foto: Matthias Lubisch

Umweltminister Axel Vogel hat Schirmherrschaft übernommen

So sieht das auch der Umweltminister. In seinem Grußwort schreibt er zu der Vermüllung von Straßen, Parks, Gärten und Wäldern: „Vielen Mitmenschen ist scheinbar der nächste öffentliche Abfallbehälter zu weit entfernt oder es ist zu mühsam, die Zigarettenkippe oder die Verpackung vom Schokoriegel in die dafür vorgesehenen Behältnisse zu entsorgen. Immer mehr Abfall wird auf den Boden geworfen – damit andere ihn von dort wieder aufheben. Für die Reinigung von Straßen, Parks und Gärten müssen jährlich mehrere Millionen Euro durch die Kommunen ausgegeben werden.“
Das Problem sei einerseits das Erscheinungsbild eines wegen des herumliegenden Mülls unansehnlichen Parks, der „den Aufenthalt vermiesen kann“, wie Vogel sich ausdrückt. „Genauso leiden aber auch die Ökosysteme, die diesem Müll ausgesetzt sind“, gibt er zu bedenken. „Die Folgen für die Umwelt können gravierend sein, Kunststoff zersetzt sich durch Witterung und Sonneneinstrahlung in der Umwelt zu Mikroplastik, Zigarettenkippen enthalten zudem noch Giftstoffe, die dann unsere Ökosysteme belasten.“ Der Regen spüle den Müll in Gewässer, wildlebende Tiere nehmen ihn mit der Nahrung auf oder verfangen und verletzen sich darin, warnt der brandenburgische Umweltminister.