Auf Kontinuität setzen die Vereinsmitglieder auch bei ihrem Vorstand: Bernd Tillack als Vorsitzender, Helga Töpfer als Stellvertreterin, Kerstin Kohlmeyer als Schatzmeisterin und Elke Freese als Schriftführerin wurden wiedergewählt.
Das Haus Lebuser Land habe sich als "tragendes Element mit weitreichender Wirkung" entwickelt, schätzte der alte und neue Vorsitzende in seinem Rechenschaftsbericht ein. Im ersten Halbjahr 2010 erwarte das Haus seinen 5000. Besucher seit seinem Bestehen. Dieser Zuspruch sei der engagierten, ehrenamtlichen Arbeit vor allem des Museumsbeirates zu danken, hob Bernd Tillack hervor. Mit dem, was der Heimatverein an Projekten vorhabe, so unter anderem mit der Repliken-Ausstellung des Lebuser Bronzeschatzes, setze der Verein auf die Erweiterung des Museums um das leerstehende Nachbargebäude in der Schulstraße 6. Da es seitens der Kirche das Angebot zu einem Erbbaupachtvertrag gebe, sei es nun an der Stadt und ihren Abgeordneten sich zu ihrem Wort zu bekennen. Das Haus Lebuser Land platze mit seinem Archiv bereits aus allen Nähten und musste schon Ausweichquartier im Amtsgebäude beziehen, betonte Tillack.
Angesichts der Partnerbeziehung zu dem polnischen Heimatverein "Freunde von Witnica" plane der Lebuser Heimatverein, diese Verbindung auch nach außen zu dokumentieren: Die Texte im Museum sollen künftig in Deutsch und Polnisch verfasst werden, sagte Tillack. Das historische Lebuser Land, dessen Namen sich das Museum verpflichtet fühle, umfasse nun einmal ein Territorium beiderseits der Oder.
Ergänzend zu diesen Informationen des Vorsitzenden berichtete Vereins-Geschäftsführerin Astrid Gericke von kürzlichen Gesprächen mit dem polnischen Vereinsvorstand in Lebus. Man habe sich auf ein gemeinsames Projekt unter dem Titel "Witnica und Lebus im Laufe der Geschichte" verständigt. Es solle über zwei Jahre laufen und mit EU-Mitteln für die Euroregion Pro Europa Viadrina gefördert werden. Dafür werde der polnische Heimatverein den Förderantrag stellen, informierte Astrid Gericke. Der Lebuser Heimatverein werde im Rahmen dieses Projekts zum Beispiel eine Fotoausstellung zur 750-Jahrfeier Witnicas erarbeiten. In Lebus werde außerdem eine deutsch-polnische Konferenz zur archäologischen Forschung und zu Ausgrabungen im Lebuser Land stattfinden. Angedacht seien in diesem grenzübergreifenden gemeinsamen Projekt auch Studienreisen nach Warschau ins Museum zum Warschauer Ghetto und nach Brandenburg ins archäologische Landesmuseum, informierte die Vereinsgeschäftsführerin.
Im Bezug auf die Schulstraße 6, das Nachbargebäude des Museums, betonte Astrid Gericke, dass das Erweiterungskonzept des Hauses Lebuser Land sowohl den Ausschüssen der Stadt als auch in den Fachämtern der Amtsverwaltung bekannt sein müsse. Es habe mehrere Schreiben dazu gegeben - auch zur Dringlichkeit erweiterter Ausstellungsräume.
Auch ein brandaktuelles Angebot konnte Astrid Gericke vorstellen: Den Vortrag zur Siedlungsgemeinschaft "Eigene Scholle", den Vereinsmitglied Dr. Rolf Lindner 2009 gehalten hat, gibt es, einschließlich historischer Fotos, jetzt als CD im Museum in der Schulstraße zu kaufen.