Das Hinweisschild des Landkreises an der Tür von Postfiliale und Büroshop in der Breiten Straße in Seelow nehmen die wenigsten Kunden wahr. Doch dort versteckt sich die Lösung zur Entsorgung von Gartenabfällen. Rote Säcke für Laub und Banderolen zum Zusammenbinden von Ast- und Strauchwerk können dort erworben werden, um so anfallende Pflanzenreste vom eigenen Grundstück auf legalem Weg verschwinden zu lassen. 1,40Euro zahlt der Käufer für einen Laubsack, 1,81 Euro kostet die Banderole. "Mit dem Kauf des Sacks ist auch die Abholung bezahlt", sagt Peggy Thräne vom Entsorgungsbetrieb Märkisch-Oderland, der sich dann um den Gartenabfall kümmert. Maximal 20Kilo Füllgewicht darf ein Sack haben. Auch das Ast- und Strauchwerk in der Banderole darf diese Masse nicht überschreiten und außerdem nicht länger als 1,40 Meter sein.
Für die Abholung gibt es im Kreis einen festen Tourenplan. Die Termine sind im Abfallkalender verzeichnet. Einige Ortschaften - vor allem im Oderbruch - werden allerdings nur auf Abruf angefahren. Wer seinen Sack zu hat, kann sich unter der Telefonnummer 033456479-15/ oder -45 direkt an das vom EMO beauftragte Entsorgungsunternehmen wenden - die Firma Alba aus Wriezen. "Anhand der Anrufe werden dort dann die Touren geplant", sagt Peggy Thräne. Vier Wochen sollen dabei nicht überschritten werden.
Die Entsorgung von Gartenabfällen war jüngst Thema im Gemeinderat von Falkenhagen. Die Bürger würden die Säcke und Banderolen für Laub und andere Pflanzenreste gern vor Ort erwerben, hieß es. Derzeit ist das im Dorf noch nicht möglich. Die zum Amt Seelow-Land gehörenden Gemeinden müssten dafür auf den Weg in die Kreisstadt machen, wo neben der Post in der Breiten Straße auch in der Brutzelstube in der Berliner Straße Säcke und Banderolen erhältlich sind. Angeboten werden sie laut Liste des EMO derzeit auch in Gusow bei Bäcker Studier und im Laden Wernicke, in Lebus bei Schreibwaren Zingel, bei Raiffeisen in Letschin sowie bei Paulus und Partner in Manschnow. Mitunter hat auch der Wagen des Wriezener Frische-Backshops schon welche im Gepäck.
Während viele ihr Laub gern loswerden würden, freut sich Ute Boekholt vom Saatgut- und Permakulturgarten in Alt Rosenthal über jedes Blatt. Sie nutzt das Laub zum Kompostieren und Abdecken der Beete. "So kann sich darauf direkt Humus bilden", sagt sie. Das Laub wirke auch dem Wachsen von Unkraut entgegen. Um Kompost aus den Blättern zu gewinnen, legt die Gartenspezialistin eine Plane aus, damit nichts einwächst, und mischt Steinmehl unter die Blätter. Das gibts in der Gartenabteilung des Baumarktes. Es sorgt vor allem dafür, dass der Boden nicht sauer wird. Denn sauren Boden würden nur bestimmte Gewächse wie Blaubeeren vertragen.
Den Abfall zu kompostieren, empfiehlt auch der EMO. Schließlich handele es sich dabei um die älteste Recyclingmethode der Welt. Geeignet sind neben Laub weitere organische Abfälle wie Obst- und Gemüsereste, Kaffee- und Teesatz sowie Hecken-, Rasen und Strauchschnitt, Blumen und Fallobst.
Entsorgungsbetrieb Märkisch-Oderland, Tel. 03341 3547001