Im Tomatengewächshaus hatte Henschel Fotos von Biberschäden an Bäumen, Gräben und Gewässern drapiert und ein frisch abgenagtes Bäumchen vorgezeigt. Doch der Minister zeigte sich wenig geneigt, darüber zu diskutieren. Er verwies auf die am 17. April verabschiedete neue Biberverordnung: Die Sicherheit der Deiche und Hochwasserschutzanlagen könne damit gewährleistet werden, so Vogel.
Der Landwirtschaftsausschuss des Kreistages von Märkisch-Oderland hatte sich am Vortag in Seelow über die neue Biberverordnung informiert. Björn Ellner, Fachdienstleiter der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis, erläuterte die Unterschiede zur alten Verordnung und zur Kritik, die die Arbeitsgruppe Biber im Kreis am neuen Papier geäußert hat.
Das Landesamt für Umwelt plane eine Biberrevier-Kartierung, um die Population genauer zu beziffern. Man vermute, dass die Zahlen zu hoch angegeben werden. Allgemein betonte Björn Ellner, dass es wichtig sei, dass es überhaupt eine Novelle der Verordnung gibt. Sonst hätte jedes Biberproblem als Einzelfall behandelt werden müssen. Neu sei, dass der Abschuss nach vierwöchiger Vergrämung nun der Regelfall der Problemlösung ist.
Nicht aufgenommen wurde der Hinweis der Arbeitsgruppe, dass auch die Böschungen von ungewidmeten Wegen von Schutzvorschriften  ausgenommen werden. Deiche und dazugehörigen wasserbaulichen Anlagen, Dämme von Kläranlagen sowie Ein- und Ausläufe von Durchlässen gehören zu den Geltungsbereichen, Schöpfwerke nicht. Die Forderung, dass die Verordnung auch in Vogelschutzgebieten gilt, wurde ebenso missachtet wie der Verzicht auf die Schonzeit.
Nachdem der Gewässer- und Deichverband Gedo in einem  Brief an Umweltminister Vogel angekündigt hat, sich in puncto Schadenabwehr bei Biberaktivitäten auf Gewässer der zweiten Ordnung zurückzuziehen und gesetzeskonform nur die bezahlten Pflichtaufgaben erfüllen wird, diskutierten die Ausschussmitglieder, ob es ausreichend geschultes Personal gibt, um als berechtigte Person in der Schadensabwehr tätig werden zu können. Björn Ellner erklärte, dass die Lösung in der Hand des Landesamtes für Umwelt liege, Schulungen anzubieten und Ehrenamtler zu gewinnen.