Seit anderthalb Jahren besitzt Eberhard Teufel (72) das Schloss ins Jahnsfelde. Gefunden hat der Berliner es im Internet. Die Vorbesitzer-Familien wollten es nach internen Streitereien verkaufen.
"Ein Schloss wollte ich schon immer haben", gesteht er. Sein Geld hat der Professor für Steuerrecht schon lange gemacht. Einst in Baden-Württemberg, wo ihm in Konstanz das Schloss Seeheim gehört. Er hat es für viele Millionen restauriert – mitsamt vieler Zuschüsse von Denkmalbehörden aus Freiburg und Stuttgart. Darüber hinaus nutzte er eine Zeit lang Freudenberg (Tiefensee) dank auf Null gesetzter Gewerbesteuer-Hebesätze als Steueroase, bis das Bundesverfassungsgericht dagegen hielt. Aktuell hält er berufliche Kontakte nach China und führt seine Firma in Berlin.
Zur Entspannung kommt er gerne raus nach Jahnsfelde. Platz hat er im Haus mit den vier Wohnungen mehr als genug. Denn eine ist nur vermietet. Der Kamin ist wieder zum Laufen gebracht, gerade verteilt er seine Bilder an den Wänden. Dort hängen auch noch historische Fotos. Er wünscht sich, dass wieder vielfältiges Leben ins Hau zieht. "Ich kann mir vorstellen, es für Feiern oder Tagungen zu vermieten", sagt er. Frisch fertig verlegt ist vor der Tür der Rollrasen nach altem Vorbild, weil die Pflaster-Arbeiten im denkmalgeschützten Areal nicht genehmigt wurden.
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Im September öffnete er sein Schloss erstmals beim "Tag des offenen Denkmals". Besucher brachten ihn darauf, dass es im Schlosspark noch einen Springbrunnen geben müsse. Teufel begann zu suchen – und fand die Überreste des Rondells, das einen Durchmesser von knapp Meter hat, im Park. Das Problem: Genau dieses Land gehört nicht ihm, sondern der Stadt Müncheberg. Jahnsfelde ist Ortsteil. Ein reger Briefwechsel begann. Nicht nur mit der Stadtverwaltung und dem Bauamt, auch mit den Denkmalbehörden von Land und Kreis. Teufel trug Fakten zusammen, erhielt dabei Hilfe von Ortschronist Marco Schulze.
Vorgesprochen hat Eberhard Teufel jüngst auch zum Springbrunnen im Ortsbeirat. Er bot an, die Fläche zukaufen. Dann werde das Bauwerk mit Fontäne garantiert bis zum Jahnsfelder 775-Jahr-Jubiläumsfest im Juli sprudeln. Doch das Trio im Ortsbeirat blieb vorsichtig. Zumal sich Müncheberg wegen der Baustelle um die Haftung bei Unfällen sorgt. Auch die Zustimmung zur Restaurierung des Springbrunnens lag seitens der Denkmalbehörde noch nicht vor. Am Ende fasste der Ortsbeirat einen Beschluss. "Die Duldungsfrist wird bis Ende Mai verlängert", so Ortsvorsteher Bernd Gohlke. Bis dato solle Teufel alle Unterlagen beibringen. "Danach werden der neue Ortsbeirat und die Verwaltung  entscheiden."
Mittlerweile bekam Eberhard Teufel nach erneuter Mail ans Denkmalamt binnen eines Tages plötzlich Antwort. Mitarbeiter Torsten Volkmann sieht keine Einwände gegen die Wiederherstellung des Springbrunnens. "Endlich ist die Genehmigung da", freut er sich und will nun zeitnah mit Müncheberg die Gestattungsverträge regeln.

Historisches zum Haus


Schloss Jahnsfelde war lange Wohnsitz des Adelsgeschlechts Pfuel (Rittergutbesitzer). Darüber schreibt selbst Fontane. Das erste Schloss wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Der Mitteltrakt des aktuellen stammt noch aus dem 17. Jahrhundert, die Seitenflügel brannten im 18. Jahrhundert ab. 1871 gab es neugotische Anbauten (Backsteine, Satteldächer, Zinnen, Türme). 1901 wurde modernisiert, 1945 die Familie Pfuel enteignet. Ab 1962 fanden im Schloss Umsiedler, aber auch Kindergarten, Kino, Bibliothek und Büros ihren Platz. 1991 bis 1994 baute der Kreis das Haus um. Bis 2001 war es ein Wohnheim für geistig Behinderte, danach Wohnhaus. Jahnsfelder Chronik