Fast ein Jahr ist vergangen, seit die „Oderlinge“, eine Gruppe junger Autoren und Illustratoren, ihr Kinderbuch mit dem Titel „Oderry und der Spuk von Lebus“ bei einer Lesung im voll besetzten Vortragsraum des Museum „Haus Lebuser Land“ vorgestellt haben. Nun soll es literarischen Nachschlag geben – in Zeitungsform.

Schreibwerkstatt in den Ferien

Im Rahmen einer Ferien-Schreibwerkstatt bereiten acht „Oderlinge“ in dieser Woche die Herausgabe der ersten Ausgabe einer Schülerzeitung vor. „Wir wollen zunächst noch in der Unterwasser- also Traumwelt unseres freundlichen Oder-Ungeheurs bleiben und dessen Geschichte weiter schreiben“, sagt Maren Nickel.
Die Sozialarbeiterin an der Lebuser Burgschule und Leiterin des Kinder- und Jugendhauses ist die Projektleiterin der von der „Aktion Mensch“ geförderten Schreibwerkstatt im Jugendhaus. Die Ferien-Werkstatt unter dem Titel „Oderry bekommt eine Zeitung“ knüpft an die Arbeit in der Offenen Schreibwerkstatt an, zu der sich schreib-freudige Burgschüler aus den Klassenstufen 5 und 6 seit Monaten am Freitagnachmittag im Kinder- und Jugendhaus treffen. – Auch während des Lockdown im Frühjahr und Sommer.

Geschichten mit Corona-Bezug

Nele, Julie, Anna, Jonas und andere „Oderlinge“ haben unter anderem im Rahmen der Notbetreuung geschrieben. In ihren Geschichten kamen sie am aktuellen Corona-Geschehen nicht vorbei. Denn auch im „Oderry“-Buch gibt es schon einen Bezug aus der Unterwasser-Traum-Welt in die Lebuser Wirklichkeit.
Und so geht es in den neuen Geschichten unter anderem um die Maskenpflicht und darum, wie das Oder-Ungeheuer und seine Freunde an Material für die Maskenherstellung kommen. Ein Freund, das „Scharmützel“ aus dem Buckower See, bringt ihnen das Seegras dafür.

Helfer aus Buckow

Für den Buckow-Bezug stehen zwei Partner der „Oderlinge“, die schon bei der Herstellung des „Oderry“-Buches geholfen haben und bei der Ferienwerkstatt wieder mit an Bord sind: Die in Buckow lebende Kinderbuchautorin Carina Bunt alias Claudia Beator und ihr Mann, der Illustrator Günter Beator, „feilen“ in dieser Woche mit dem Nachwuchs an den Geschichten, um diese Veröffentlichungsreif zu machen.
Für ihre Geschichten haben Anna, Annemarie, Amy, Joshua und die anderen „Oderlinge“ auch neue literarische Figuren und einen neuen Schauplatz kreiert. So wird das „Duck-Café“ mit den Enten Emily und Erwin zur neuen Schaltzentrale zwischen Unterwasser- und Oberwelt, bekommt „Oderry“ Gesellschaft von „L-by“ (nach Elbe, dem Herkunftsfluss), einem Flussungeheuer-Mädchen, und wird Frosch Benjamin als Postbote zum Initiator der Zeitung.

Vorschläge für den Zeitungstitel gesucht

Deren Titel steht übrigens noch nicht fest. Noch bis Freitag werden Ideen gesammelt. Bislang stehen Vorschläge wie „Die Abstands-Zeitung“ – in Anlehnung an Corona – und „Das Flussgeflüster“ im Raum. Wie die neuen Protagonisten aussehen, ist hingegen klar: Mit Günter Beators Hilfe haben die Werkstatt-Teilnehmer sie für die Zeitungs-Illustration gezeichnet.
Doch es wird nicht bei der „Oderry“-Zeitung bleiben, deren erste Ausgabe zum „Tag der offenen Tür“ der Burgschule im Januar vorliegen soll und für die Joshua schon einen Comik gezeichnet hat.

Vorstufe für eine Schülerzeitung

„Wir sehen das Projekt als Vorstufe zu einer Schülerzeitung für die Burgschule, die im nächsten Halbjahr an den Start gehen soll“, sagt Maren Nickel. Sie hatte MOZ-Redakteurin Ines Weber-Rath eingeladen, die dem journalistischen Nachwuchs am Dienstag im Kinder- und Jugendhaus Rede und Antwort stand, Tipps zum Zeitung machen gab.
Für die Schreibwerkstatt werden übrigens neue „Oderlinge“ aus den 3. und 4. Klassen als Nachwuchs gesucht.