Über ein halbes Jahr hinweg haben  Schüler Firmen der Region besucht. Sie erstellten Präsentationen zu betrieblichen Schwerpunktthemen. Das durch den Arbeitskreis „Schule Wirtschaft MOL“ initiierte Projekt „Schülerstipendium“ gibt es seit 2008.
Der Ort für die Abschlusspräsentation konnte passender nicht sein: Am Montagabend stellten die Schüler in der Alten Schule von Letschin ihre Ergebnisse vor. Dort, wo einst Mädchen und Jungen Wissen vermittelt wurde, hat heute die STIC Wirtschaftsfördergesellschaft Märkisch-Oderland eine Außenstelle. Hier werden Existenzgründer beraten, gibt es mittlerweile ein Netzwerk von Firmen, tauschen sich vor allem Allein-Kämpfer auch aus.
Der Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft und Energie Brandenburgs, Hendrik Fischer, lobte die am Projekt beteiligten Schüler: „Ihr könnt stolz sein, weil ihr in euren Patenbetrieben geholfen habt und es euch gelang, in relativ kurzer Zeit die Prozesse in der Arbeitswelt zu verstehen.“
Fischer dankte den Patenbetrieben. „Die Betreuung von jungen Menschen erfordert immer einen gewissen Aufwand. Aber er lohnt sich für den, der langfristig denkt und in die Zukunft investiert“, betonte der Gast aus Potsdam. Die SPD-Landtagsabgeordnete Simona Koß, die für ihre erkrankte Kollegin Jutta Lieske an der Veranstaltung teilnahm, hob das große Engagement von Pädagogen und Unternehmen der Region im Bereich der Berufsorientierung hervor. Die Leiterin des Oberstufenzentrums Märkisch-Oderland, Gudrun Thissenhusen, berichtete über den Verlauf des aktuellen Projektes.
Von anfänglich 13 beteiligten Schülern hielten elf Jugendliche bis zum Abschluss durch. Nicht in jedem Fall hätten die Vorstellungen der Schüler und der Patenbetriebe automatisch zusammen gepasst.
Diejenigen, die durchhielten, hätten dafür alle herausragende Ergebnisse vorgelegt. Sieben der Schüler stellten in der Letschiner Abschlussveranstaltung ihre Themenpräsentationen in kurzen Vorträgen vor.
Zu ihnen gehörte Tobias Gohlke vom OSZ Seelow. Er beschäftigte sich in den Stadtwerken Strausberg intensiv mit Elektromobilität. Der weiteren Entwicklung dieser Zukunftstechnologie widmete sich auch Klara Drenske im Energiebüro der kreislichen Wirtschaftsfördergesellschaft. Mit Fragen von Marktanalysen im Gesundheitsbereich beschäftigte sich Enrico Hoffmann im Krankenhaus Strausberg. Lea Regenberg schilderte die Geschichte und die Arbeit in der Logistikfirma Hertling. Paul-Philip Sprenger skizzierte den Service der Elektronikfirma PEES und informierte über den Aufbau und die Vorzüge eines von ihr vertriebenes Datenspeicherkomplettsystem für Behörden und Unternehmen.
Eine weitere Präsentation gestaltete Max Saeling. Der Schüler schilderte das Projekt „Türöffner“ im Landkreis. Schließlich berichtete  Lena Marie Stroka, wie sie in der Firma Schwefel Friseure eine neue Stellenbeschreibung entwickelte.
Alle während des Projektes entstandenen Präsentationen konnten an View-Points eingesehen werden. Die Schüler und Vertreter der beteiligten Unternehmen erhielten zum Abschluss der Veranstaltung Beteiligungs-Zertifikate.
Auf die Ausschreibung hin können sich jährlich drei Schüler der Jahrgänge 9 bis 12 jeder Schule an dem Projekt beteiligen. Die Laufzeit beträgt jeweils sechs Monate, von Januar bis Juni. Jeder Jugendliche erhält bei regelmäßiger Anwesenheit (nach Abstimmung) von „seinem“ Patenunternehmen 50 Euro Stipendium pro Monat. Das Projekt soll im neuen Schuljahr weitergehen.
Folgende Schüler absolvierten das Schülerstipendiumsprojekt erfolgreich: Klara Drenske, Klara Gold und Lena-Marie Stroka vom  Evangelischen Gymnasium Wriezen, Tobias Gohlke und Luis Enrico Hoffmann sowie Max Saeling vom Oberstufenzentrum Märkisch-Oderland, Anna Kalwa und Paulina Kalwa von der Oberschule Letschin, Stefanie Krüger und Lea Regenberg vom Bernhardinum Fürstenwalde und Paul-Philip Sprenger vom Gymnasium Strausberg.