Der Energieversorger e.dis, seine Tochter e.discom und die Schwedter Stadtwerke wollen mit dem WAZ Seelow die Medienanschlüsse in der Küstrin-Kietzer Deutschlandsiedlung erneuern. Am Donnerstag wurde das Projekt vorgestellt.
Vor dem einstigen Kita-Gebäude in der Schleswig-Holstein-Straße sind die Arbeiter der Müllroser Firma Spie dabei, den Graben für die neuen Medienanschlüsse zu bauen. Auf insgesamt 2,3 Kilometer Länge will der Energieversorger e.dis dort die alten Freileitungen durch Erdkabel ersetzen. Dieses Vorhaben war mit den Verantwortlichen für die anderen Medien abgestimmt worden.
Dabei wurde entschieden, dass der Seelower Wasserzweckverband WAZ dort auch die Trinkwasserleitung erneuert, um den Tiefbau auszunutzen. Und auch die Erschließung der Deutschlandsiedlung für das schnelle Internet kann zeitgleich erfolgen. Die Gemeinde Küstriner Vorland nutzt die Gelegenheit, um die Erneuerung der Straßenbeleuchtung mit vorzubereiten.
Horst Jordan, Sprecher der e.dis-Niederlassung Fürstenwalde, hatte zum Start dieses ehrgeizigen Projektes die Beteiligten zur Baustelle eingeladen. Dort bedankte sich Küstriner Vorlands Bürgermeister Werner Finger bei den beteiligten Partnern für die schnelle und erfolgsorientierte Zusammenarbeit in Vorbereitung des nun als Pilotprojekt laufenden Vorhabens.
Erst Ende August war den Einwohnern der Siedlung das Vorhaben vorgestellt worden. Wobei der Schwerpunkt auf der Interneterschließung durch ein Glasfasernetz gelegen hatte. Die e.discom verlegt dort das erforderliche Kabel. Anders als bei dem von der Telekom genutzten Vectoring sorgt die damit mögliche Glasfasertechnik dafür, dass die Leitung auch bei hoher Belastung eine Leistung von bis zu 1000 Megabit je Sekunde erreicht. 86 von 200 Haushalten der Siedlung haben sich bereits dafür entschieden.
Die Teilnehmer der Veranstaltung am Donnerstag würdigten das enge Zusammenwirken beim Projekt. Ohne diese Kooperation wäre die Deutschlandsiedlung, deren Anlage als Arbeitersiedlung in den 1930er Jahren nach dem Vorbild der damaligen  Deutschlandkarte erfolgte, möglicherweise noch lange ohne schnelles Internet geblieben. Denn zum Fördergebiet des Kreises für den Ausbau des Breitbandnetzes gehört die Siedlung nicht. Danny Wollank vom Wirtschaftsamt des Landkreises erklärte den Grund: Es gibt in der Karl-Marx-Straße 49a einen  Knotenpunkt des Telekom-Netzes, von dem aus die Siedlung auch für das Vectoring erschlossen werden könnte. Deshalb fließen dafür keine Fördermittel. Einen Termin, wann die Telekom diese Investition tätigt, gibt es jedoch nicht. „Wir bemühen uns, an den Knotenpunkt der Telekom anschließen zu können“, erklärte Michael Gadow von e.discom. Sollte das nicht möglich sein, müsse die Firma eine 3,5 Kilometer lange Leitung zum Knoten in Manschnow  bauen. Seine Firma will sich auch bemühen, benachbarte Bereiche zu versorgen. Danny Wollank informierte, dass der Kreistag die Aufträge für den Breitbandausbau im Kreis am 12. Dezember vergeben könnte. Am 5. November tagt dazu der Wirtschaftsausschuss.
In der Siedlung soll die Erschließung Ende des Jahres schon abgeschlossen sein.