Der "Golzower Busch" ist so ein Ort, um den es den Studenten der Architektur-Fakultät der TU Berlin geht. Der wildromantische Rest des einstigen Gutsparks der Wertheimers und der von der Schulenburgs ist beliebt bei den Einwohnern. Dort führen sie ihre Hunde aus, beobachten die Störche und hören die Unken rufen. Sogar einen Geocache gibt es. Im Alltagsbewusstsein allerdings ist "der Busch" nicht hochrangig eingestuft. Er fand auch beim Einführungsseminar des Workshops mit Bürgermeister Frank Schütz kaum Erwähnung.
Noch keine fertigen Konzepte
Anders die große, leere Ortsmitte. Dort, wo einst die achteckige Golzower Kirche das Dorfzentrum markierte, sieht man selten jemanden auf der Bank sitzen. "Solche Orte sind aus unserer Sicht Potentiale, die die Studenten in den Gesprächen mit den Einwohnern ermitteln", erklärt Dozentin und Projektleiterin Vittoria Capresi. Sie ist bereits zum zweiten Mal mit Studenten ins Oderbruch gekommen.
Die Methode des EU-Projektes, bei dem Forschungsteams verschiedener Unis die Entwicklung moderner Landschaften analysieren, hat die Besonderheit, dass die Empfindungen der Dorfbewohner in der Darstellung eine eigene Ebene erhalten. Neben den Fakten wird auch dargestellt, was sie für die Menschen bedeuten, die dort leben, die sie mitunter selbst auch aufgebaut  haben. Die Studenten kommen zum Großteil aus den westlichen Bundesländen, aus Hamburg, dem Westerwald, Duisburg, Aschaffenburg und Berlin, aber auch aus Syrien. Sie haben sich in Gruppen aufgeteilt und sind in Gorgast, wo sie auch im Herrenhaus wohnen, in Manschnow, Alt Tucheband, Golzow und Rathstock unterwegs. "Die Einwohner haben sich sehr aufgeschlossen gezeigt. Sehr beliebt sind gemeinsame Spaziergänge zu den jeweiligen Lieblingsorten, bei denen die Menschen ihre Geschichten dazu erzählen. Die Studenten bekommen dabei einen Eindruck vom Blick der Einwohner auf ihr Dorf", freut sich die Projektleiterin.
Präsentation am Samstag
Am Samstag wird zur öffentlichen Abschlusspräsentation ins Filmmuseum Golzow eingeladen. Ab 15 Uhr berichten die Studenten von "ihren Dörfern". Dabei werde es noch keine fertigen Konzepte dazu geben, wie sich welcher Bereich in den Dörfern künftig entwickeln könnte, heißt es. Dies soll erst ein Ergebnis des Seminar Ende Juni sein.
Frank Schütz hatte den jungen Leuten von den aktuellen Problemen berichtet, die der ländliche Raum als ehemaliger Gemüsegarten Berlins hat. Aber auch vom Reiz geschwärmt, den das Wohnen dort hat und vor allem vom Vorteil, in der Natur zu leben und trotzdem in einer Stunde mitten in Berlin sein zu können. "Die Studenten haben das sehr wohl aufgenommen. Sie genießen vor allem die Weite und den vielen Platz hier", so die Projektleiterin.

Infotitel

Hier beginnt der Infotext fett danach wieder normal Autor XXX