Pünktlich um 18.12 Uhr rollt der Zug der Niederbarnimer Eisenbahn am Montag in den Bahnhof Müncheberg Mark ein. Die Türen öffnen sich und es wird klar: Für viele der Reisenden ist dort Endstation - zumindest, was die Fahrt auf den Gleisen angeht. Vorm Bahnhof wartet der rote Linienbus, der viele Fahrgäste in die Stadt bringt. Andere werden mit dem Pkw abgeholt oder haben selbst am Bahnhof geparkt. Den hinteren Triebwagen müssen seit Montag jedoch auch alle diejenigen verlassen, die mit der Bahn weiterfahren wollen. Denn in Müncheberg wird dieser vom vorderen Wagen abgekoppelt. Fahrgäste müssen in diesen umsteigen. Für den Zug, der eine Stunde zuvor aus Berlin eintrifft, war das schon vorher so.
Wiederholt wurden in der vorigen Woche Befürchtungen laut, Pendler bis Seelow-Gusow und weiter in Richtung Grenze müssten mit Gedränge rechnen und die Fahrt stehend fortsetzen. Doch das Umsteige-Chaos am Müncheberger Bahnhof bleibt zumindest am Montagabend sowohl um 17.12 als auch um 18.12Uhr aus. Schnell sind die Reisenden in den vorderen Triebwagen umgezogen und haben auch ausnahmslos einen Sitzplatz bekommen. Es sind sogar noch Sitze frei.
Die beiden Triebwagen werden binnen Sekunden per Knopfdruck entkoppelt. Der vordere kann die Fahrt Richtung Kostrzyn rasch fortsetzen. Der leere hintere Wagen rollt in die gleiche Richtung, stoppt aber einige Meter hinter dem Bahnsteig. Er wartet auf den Zug aus der Gegenrichtung und fährt dann wieder als Doppel nach Berlin-Lichtenberg, um den Fahrgaststrom aus der Hauptstadt abzuleiten.
155 Sitzplätze gibt es pro Wagen. "Dabei haben wir im Schnitt 160 Fahrgäste", sagt NEB-Geschäftsführer Detlef Bröcker gegenüber der MOZ. Dass ein Teil der Gäste manchmal stehen muss, ist einkalkuliert. Mitunter volle Züge verleugnet Bröcker nicht. Deckungsgleich mit unseren Beobachtungen würde er die Situation in Müncheberg aber nicht als "extrem" bezeichnen. Wie der NEB-Geschäftsführer in der MOZ bereits vorausblickte, könnte mit dem nächsten Fahrplanwechsel in einem Jahr ein weiterer Triebwagen auf der RB26 rollen und das lästige Umsteigen in Müncheberg ausbleiben. Statt derzeit fünf wären dann sechs Züge im Einsatz.
Gute und schlechte Nachrichten gibt es für Busnutzer in der Seelower Region im Zusammenhang mit dem Fahrplanwechsel. Eine gute Nachricht ist, bereits für Weihnachts-Einkaufswillige: In Abstimmung mit dem Landkreis Märkisch-Oderland und der Stadt Frankfurt verbessert die Busverkehr Märkisch-Oderland GmbH (BMO) die Anbindung an das Frankfurter Spitzkrug-Multicenter.
An diesem ist ein neuer Halt für die Busse der Linie 968 von Seelow über Schönfließ nach Frankfurt sowie der Linie 969 von Seelow über Manschnow und Lebus nach Frankfurt an allen Sonnabenden eingerichtet worden.
Bereits in den Weihnachtsferien kommt eine Einsparung zum Tragen: Für alle Schulferientage hat das kreisliche Busunternehmen wenig ausgelastete Fahrten gestrichen. Der Ersatz sei durch den Rufbus Oderbruch-Süd gesichert, argumentiert die BMO-Geschäftsführung. Betroffen sind auf der Linie 959 (Seelow-Trebnitz-Neuhardenberg) die Fahrten 16.10 Uhr ab Seelow nach Marxdorf und 16.52 Uhr von Marxdorf zurück.Die Fahrten dienstags und donnerstags 8 Uhr ab Seelow nach Marxdorf und 8.20 Uhr nach Seelow zurück sind grundsätzlich gestrichen worden. In den Ferien werden zudem auf der Linie 967 (Seelow -Lietzen -Petershagen-Alt Zeschdorf) die Fahrt um 16.05 Uhr ab Seelow, auf der Linie 969 (Seelow-Küstrin-Kietz-Manschnow-Frankfurt) die Fahrt um 5.35 Uhr ab Seelow nach Podelzig und die Rückfahrt um 6.04 Uhr von Podelzig nach Seelow nicht mehr angeboten, heißt es aus dem Kreis-Wirtschaftsamt.