Im April 2017 war in vier Orten ein Modellversuch zur Einführung der Biotonne gestartet. Er soll bis zum 31. Mai 2019 verlängert und danach flächendeckend in ganz Märkisch-Oderland anlaufen – allerdings auf freiwilliger Basis. Am 6. Juni entscheidet der Kreistag dazu.
Der Modellversuch lief komplikationsloser als zunächst erwartet. So das Resümee des Entsorgungsbetriebes Märkisch-Oderland (EMO). Werkleiterin Angela Friesse legte im Kreisausschuss die Auswertung und den Entwurf einer Beschlussvorlage für die Verlängerung mit dem Ziel einer flächendeckenden Einführung der Biotonne im Landkreis vor. Die Bioabfallmengen hätten eine hohe Qualität gehabt, heißt es im Abschlussbericht. Der EMO hatte bewusst unterschiedliche Siedlungsstrukturen für den Modellversuch ausgewählt – Gebiete mit Geschosswohnungsbau ebenso wie Eigenheimsiedlungen und ländliche Bebauung. Seit April vergangenen Jahres können Bürger in Fredersdorf, Alt Tucheband, Golzow, Seelow und im Neubauviertel Albin-Köbis-Ring/Straße des Friedens in Strausberg ihre Bioabfälle in den grünen Tonnen entsorgen. Insgesamt 44 Prozent der Bürger in den Einzugsgebieten nutzen das Angebot, im ländlichen Bereich allerdings deutlich weniger. Im Ergebnis wurden im Durchschnitt 60,3 kg je Einwohner erfasst. Die Zielvorgabe des Landes liegt bei 30 kg. Über eine Anlage mit Fermenter, Mietkompostierung und Absiebung wird eine hochwertige Verwertung der Bioabfälle gesichert –  entsprechend des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Das nämlich verpflichtet die Kommunen, alle verwertbaren Abfälle einzusammeln.
In Fredersdorf, Strausberg und Seelow wurden recht gute Ergebnisse erzielt. Es gab fast keine Fehlwürfe. Die Tonnen sind stets gut gefüllt. Das trifft zwar auch für Golzow und Alt Tucheband zu, aber dort ist die Bereitstellungsquote mit 32 Prozent recht niedrig. Die Wege müssen dennoch absolviert werden, womit die Entsorgung dort teurer ist.
In den Biotonnen werden sowohl  Garten- als auch Küchenabfälle entsorgt. Wer dafür zuvor die Restmülltonne nutzte, konnte richtig sparen. Denn die Leerungsgebühr der Biotonne liegt bei zwei Euro, einen Euro weniger als bei der Restmülltonne. Nun soll der Modellversuch in den vier Kommunen erst einmal bis zum 31. Mai 2019 fortgeführt werden. So sieht es der Beschlussvorschlag für den Kreistag am 6. Juni vor. Ziel sei es, bis dahin die Voraussetzungen zu schaffen, um dann flächendeckend die Biotonne einzuführen. „Bis dahin wollen wir die Bedarfe in den einzelnen Kommunen erfassen“, erklärte Angela Friesse im Kreisausschuss. Denn die Nutzung der Biotonne soll freiwillig erfolgen.
Für die Einführung ist eine aufwändige Vorbereitung nötig. In allen Kommunen und Straßenzügen muss ermittelt werden, wer eine Biotonne wünscht und wer nicht. „Wie das im Detail erfolgt, werden wir in den nächsten Wochen festlegen“, erklärte die Werkleiterin, die im Kreistag ausführlich über den Modellversuch informieren wird.
Wichtig sei, dass dort, wo der Versuch bereits recht erfolgreich läuft, keine Unterbrechung eintritt.  Auf Nachfrage, warum man ein Jahr mit der Einführung im gesamten Kreis warten will, verwies die Werkleiterin auf das vorgeschriebene europaweite Ausschreibungsverfahren für diese Leistung. Das brauche zeitlichen Vorlauf, damit es auch rechtssicher ist.