"Ja, das ist die Tote", stellte Susanne Rüster trocken klar, als sie ihre Figur Polina vorstellte. Sie kommt bei einem Zusammenstoß zweier Wagen auf einer Kart-Rennbahn in Hohenschönhausen ums Leben. Die Ermittlerin ist eine Figur, mit der sich so mancher im Raum identifizieren konnte. Marion Kreft ist Ende 50, kennt sich mit Technik und dem herrschenden Zeitgeist wenig aus. Als die Autorin liest, dass Kreft sich über einen Sekt von Sebastian Vettel wundert, schließlich habe sie noch nie von dieser Firma gehört, bricht nicht zum letzten Mal an diesem Abend Gelächter aus. Vor zehn Jahren hatte Marion Kreft ihren letzten Fall im aktiven Dienst und will es sich mit dem Mord an Polina noch einmal "richtig beweisen", wie die Autorin klarstellt. In der Geschichte verknüpft sie die Vergangenheit des russland-deutschen Opfers mit der Ost-West Geschichte Berlins.
Susanne Rüster war als Staatsanwältin für Wirtschaftskriminalität tätig und arbeitet als Richterin. "Ich versuche, realitätsgetreu zu schildern- nicht wie im Fernsehen", sagte die Autorin. Auch deshalb schafft sie es, die Figuren ihres Romans in einen nachvollziehbaren Kontext zu bringen.
Vor allem die Verfolgungsjagd zum Ende der Lesung hatte es den Zuhörern angetan. Die führt nämlich über die Bundesstraße 1 bis in die Seelower Region. "Es lief langsam an, hat sich dann aber toll gesteigert", sagte Frank Schilling aus Letschin über die Lesung. Auch die Seelowerin Ingrid Hahn war begeistert. "Es ist wirklich spannend."
Die nächste Veranstaltung findet am 21. März, 19 Uhr, statt. Dann wird Ralph Turnheim einen Stummfilm mit Versen begleiten.