Jörg Schleinitz vom Wirtschaftsamt erinnerte daran, dass der Ausschuss und dann auch der Kreistag bereits Ende 2017 eine Liste beschlossen hatten. "Zu diesem Zeitpunkt war nicht bekannt, dass seitens des Landes nun auch die Ersatzbeschaffung von Straßenbahnen gefördert wird", sagte Schleinitz. Erst am 14. Dezember 2017 waren dafür durch einen entsprechenden Gesetzesbeschluss die Voraussetzungen geschaffen worden.
Das Unternehmen hat die Möglichkeit, von einem finnischen Hersteller zwei neue Straßenbahnzüge zu erwerben, informierte Bröcker. Dabei handelt es sich um Prototypen, die seit 2013 in Helsinki im Einsatz waren. Nach der Erprobung gingen sie zurück ans Werk. Von den Ergebnissen der Erprobung ausgehend sollen die Bahnen für Helsinki nun in Serie gehen. Nur dadurch sei der günstige Erwerb möglich, betonte Bröcker. Denn 1,7 Millionen pro Fahrzeug, das eine Laufleistung von etwa 25 Jahren hat, sei quasi ein Schnäppchen. Betriebsleiter Sebastian Stahl erläuterte in einer Präsentation die technischen Daten. Die Bahnen sind 27,7 m lang und 2,4 m breit, verfügen über jeweils 88 Sitzplätze sowie drei Stellplätze für Rollstuhlfahrer (einschließlich Einstiegsrampe) und zwei Stellplätze für Kinderwagen. "Sie sind zudem mit unserem Netz kompatibel", versicherte Stahl. Mit dem Erwerb der beiden Bahnen könne das Unternehmen sichern, dass dann die gesamte Fahrzeugflotte mit sechs Bahnen barrierefrei ist. Derzeit müssen sich Gehbehinderte am Fahrplan orientieren. Der weist aus, welche Trams barrierefrei sind. Nach der Ersatzbeschaffung sollen die letzten beiden Tatrazüge aus den 70er-Jahren ausgemustert werden. Die Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn hat bis 2024 die Konzession für den Betrieb der Strecke.
Einstimmig votierten die Ausschussmitglieder für den Ankauf. Die Summe beläuft sich auf 1,445 Millionen Euro. In der gleichen Höhe muss der Kreistag von Oder-Spree die Förderung über die ÖPNV-Liste zustimmen. Das Unternehmen selbst schießt einen Eigenanteil in Höhe von 510 000 Euro zu.
Befürwortet wurde auch ein Nachtrag für die Strausberger Eisenbahn zur Förderung eines Fähranlegers in Höhe von 34 622 Euro. Eine Zustimmung durch den Kreistag am 21. Februar gilt als sicher.