Der Kreistag hat die Verwaltung beauftragt, das Radwegekonzept von 2002 zu überarbeiten. Dabei sollen die Förderung des Ausbaus der touristischen Radinfrastruktur, aber auch die des Ausbaus von Radwegen für den Alltag und mögliche Anbindungen an den ÖPNV im Fokus stehen.

Finanzielle Auswirkungen noch unklar

Der Beschlussantrag der Fraktion Bündnis90/Die Grünen-Pro Zukunft, den Susanne Altvater vorgetragen hatte, trägt den Vermerk „unbekannt“ bei der Rubrik finanzielle Auswirkungen. Das war sowohl für Frank Schütz, Fraktionschef der CDU, als auch für SPD-Fraktionschef Ronny Kelm ein Kritikpunkt.
Kelm bezeichnete das Anliegen zwar als gut, verwies aber darauf, dass der Kreistag den anderen Straßenbaulastträgern wie dem Bund, dem Land oder den Kommunen nicht vorschreiben könne, wo und wie sie ihre Radwege planen.

Koordinierung nötig

Zustimmung gab es zum Antrag hingegen von den Fraktionen der AfD, der Linken und BVB/Freien Wähler. Ronald Marks (BVB/Freie Wähler) erklärte, dass das künftige Konzept es erreichen müsse, die bislang je nach Baulastträger und Förderung verschiedenen Betrachtungsweisen und Förderungen beim Radwegebau zu koordinieren. Er würde jedoch den ersten Schwerpunkt nicht auf die touristischen Radwege, sondern auf die Alltagswege und die Anbindung an den ÖPNV legen. Stephan Schwabe (Linke) machte deutlich, dass es bei der Konzeption ja zunächst noch nicht um die Finanzierung von Bauvorhaben sondern um das Gesamtkonzept geht. Dafür sei der Kreis die richtige Ebene.

Altes Konzept nicht mehr gültig

Rainer Schinkel, für Wirtschaft zuständiger Beigeordneter des Landrates, machte deutlich, dass das Radwegekonzept von 2002 längst nicht mehr Arbeitsgrundlage sei. Er verwies auf das gerade zu evaluierende Radwanderwegekonzept von 2013. Zudem gebe es den Kreisstraßenbedarfsplan. Somit sehe er gar keine Grundlage für den Beschluss gegeben.
Die dennoch mit Mehrheit beschlossene Fortschreibung soll durch den Wirtschaftsausschuss des Kreistages begleitet werden. Bei der Förderung von Radwegen bzw. Infrastrukturmaßnahmen wie Abstellmöglichkeiten und Ladestationen soll der Kreistag an Hand einer Prioritätenliste darüber entscheiden, welcher Teil des Radwegekonzeptes betroffen ist.

Strecken werden bewertet

Das Konzept soll einen Radwegenetzplan enthalten. Darin werden Lücken im Netz deutlich gemacht und einer Bewertung durch eine Prioritätenliste unterzogen. Die Strecken werden so genannten Netzkategorien zugeordnet. Das reicht von den überregionalen Radverbindungen für den Alltagsradverkehr (über zehn Kilometer) über regionale Radverbindungen (zu Mittelzentren), nahräumige Radschnellverbindungen bis zu innergemeindlichen Radwegesanbindgen. „Grundsätzlich ist eine Unterteilung in touristische und nicht touristische Radwege sinnvoll, da an beide Typen unterschiedliche Anforderungen gestellt werden“, heißt es im Antrag. Im Alltagsverkehr zähle die kürzeste Verbindung, bei touristischen Radwegen nicht immer.
Besonderes Augenmerk soll auf die Förderung möglicher Lückenschlüsse gelegt werden und das auch kreisübergreifend. Pendler-Strecken und Schulwege sollen ebenso berücksichtigt werden wie die Anbindung touristischer Highlights.