Seelow (mm) Mit einem Filmabend und einem Konzert im Seelower Jugendclub Frizz ist am Sonnabend die Aktion Stolpersteinverlegung abgeschlossen worden. Gezeigt wurde der Film „Die Kinder von Paris“. Die Band „Harry’s Freilach“ ließ den Abend mit Gitarre und Klarinette ausklingen.
Als „würdevoll“ und bewegend“ bezeichnete Frizz-Leiter Jens Lavrenz in seiner Rede zur Abschlussveranstaltung die Verlegung der zwölf Stolpersteine im Gedenken an die aus Seelow deportierten jüdischen Familien Reißner, Irmlig, Wangenheim sowie für Adelheid Philippsborn und die Zwangsarbeiter Heinz, Elli und Mathel Cohn. In seiner Rede resümierte Lavrenz noch einmal den langen Weg von der Idee bis hin zur Aktion.
Weitere Aktionen zum Gedenken
Anstoß sei letztlich der Besuch der Nachfahren der aus Seelow ins Warschauer Ghetto deportierten Adelheid Phillipsborn gewesen, die in der Kreisstadt keine Spuren der Großmutter fanden. Mit der Stolpersteinverlegung habe man einen Beitrag dazu geleistet, die Nachfahren der Familien zu befrieden, sagte Lavrenz, nachdem in Seelow lange Zeit zum Schicksal jüdischer Familien im Ort geschwiegen wurde.
Landtagsabgeordnete Bettina Fortunato sagte, die Aktion habe Anstoß dafür gegeben, sich tiefer mit Geschichte zu befassen, als das mit einem Blick in die Bücher möglich wäre. Die Abgeordnete und der Clubleiter sind sich einig, dass die Stolpersteine nicht die letzte Aktion zur Aufarbeitung jüdischer Geschichte in Seelow gewesen sein soll. Zudem müsse weiter versucht werden, Schulklassen für das Thema zu sensibilisieren.