Die Dichte der Parkanlagen östlich von Berlin sei einzigartig, meint Rainer Zeletzki. Vor seinem Ruhestand als Amtsleiter Stadtplanung und Vermessung im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf tätig, beschäftigt er sich nun in seiner Freizeit mit den Schlössern und Gutshäusern und den dazugehörigen Parks entlang der ehemaligen preußischen Ostbahn.
Eine Identifizierung der Region mit den Parks sei einerseits durch eine "Inwertsetzung" der Anlagen möglich, also durch Wiederherstellung der ursprünglichen Strukturen, als auch durch die Verkehrsanbindung, sagte Zeletzki am Donnerstagabend beim ersten Trebnitzer Schlossgespräch in diesem Jahr. Dabei betonte er gleichzeitig, dass man "nur wertschätzen könne, was man auch sehen kann." So blieben dem Bahnreisenden, der mit der Regionalbahn zwischen Berlin und Küstrin verkehrt, beim Blick aus dem Fenster die Parkanlagen meist verborgen. Man müsse Sichtbezüge schaffen, um den Reisenden Anreize zu geben, aus dem Zug zu steigen und die Parkanlagen zu besuchen. "Man kann feststellen, dass man von jedem Bahnhof aus einen historischen Park entdecken kann", sagte Zeletzki.
Vom Schloss Friedrichsfelde, eingebettet in den heutigen Tierpark Berlin, verläuft eine anderthalb Kilometer lange Achse, die direkt auf den Bahnhof Friedrichsfelde zuläuft. Zwar wird diese heute von einer Straße unterbrochen, aber die Strukturen aus dem 18. Jahrhundert sind noch klar zu erkennen. In Richtung Osten folgt auf der Bahnstrecke der Park um das Schloss Biesdorf, dessen einstige Form, mit der der Gartengestalter Albert Brodersen Ende des 19. Jahrhunderts beauftragt wurde, nicht mehr zu erkennen ist. Weiter gen Polen befindet sich der Gutspark Berlin Mahlsdorf, dahinter kommt die Turmvilla in Dahlwitz-Hoppegarten. Den dortigen Schlosspark gestaltete Anfang des 19. Jahrhunderts Peter Joseph Lenné. Zeletzki zeigte in seiner Präsentation einen Plan des Parks. Grünflächen, Wasser und Gehwege sind darauf zu sehen, harmonisch geschwungen und ineinander übergehend. "Das hat Lenné alles von Hand gezeichnet", kommentierte Zeletzki die Kopie und ergänzte: "Der Park hat eine gewisse freundliche Ausstrahlung und auch etwas Privates."
Die ursprünglich als Mausoleum für Graf von Schmettau errichtete Feldsteinpyramide in Garzau zieht Besucher in den dazugehörigen Landschaftspark. Der Lennépark um das ehemalige Schloss Buckow hält vom Schlossberg aus einen eindrucksvollen Blick sowie einen modern nachempfundenen "Schinkelpavillon" bereit. "Wo Lenné auftrat, war Schinkel nicht weit", erklärte Zeletzki. Kleine Anreize wie diese seien hilfreich, um Interessierten Hinweise zu geben, "Leute, steigt aus!", findet der Stadtplaner. Für den Schlosspark Trebnitz hatte er nach Betrachten einer Satellitenaufnahme die Idee, eine S-Form, die durch teils noch vorhandene, teils zugewachsene Wege entstand, mehr hervorzuheben. "Wenn man diese Raumidee ausformuliert, könnten das Erholungssuchende im Hinterkopf behalten."
Marion Tauschke von der "Trebnitzer Parkhelden" erzählte, was bisher im Gutspark gemacht wurde. Hilfestellung leisten Pläne einer Diplomarbeit über den Park aus dem Jahr 1995. Gespräche mit dem Diplomanden fanden statt, ein Eichenrondell konnte freigestellt werden, Blickbeziehungen wurden geschaffen und Infotafeln aufgestellt. Die "Parkhelden" werben weiter für finanzielle Förderung und Helfer. Der Tipp von Rainer Zeletzki bezüglich des Arbeitspensums: "Man sollte im Park immer nur so viel machen, wie man auch nachhaltig pflegen kann."