Der Landkreis musste reagieren, da laut Kreislaufwirtschaftsgesetz alle verwertbaren Abfälle erfasst werden müssen. "Um ein korrektes Ergebnis zu erhalten, müsste generell bei jedem Haushalt eine Tonne aufgestellt werden, um auch nicht oder wenig genutzte Tonnen in die Bewertung einfließen lassen zu können", sieht es unser Leser. Und fragt, ob den Bürgern etwas aufgezwungen werden soll. "Oder will ein Entsorger hier zusätzlich Geld verdienen, da dieser dann vielleicht pauschal vergütet wird?", fragt er.
Mit der Vorgabe einer freiwilligen Biotonne folge der Eigenbetrieb Märkisch-Oderland den Empfehlungen in der Landesstrategie Brandenburgs, betont die Leiterin des kreislichen Entsorgungsbetriebes (EMO), Angela Friesse. "Diese gibt vor, bis 2020  für alle Bürger, die eine haushaltsnahe Erfassung von Bioabfällen aus Küche und Garten wünschen, ein solches Angebot flächendeckend zu schaffen." In Märkisch-Oderland würden viele Bürger eine sinnvolle und vollständige Eigenkompostierung ihrer Bioabfälle vornehmen.
"Dieser Verwertungsweg soll grundsätzlich erhalten werden", betont die Werkleiterin. "Aber um ein zielgerichtetes Angebot einer haushaltsnahen Biotonne ergänzt werden, zumindest dort, wo eine Eigenkompostierung nicht betrieben wird oder betrieben werden kann." Der Modellversuch gebe dem Eigenbetrieb die Möglichkeit, die bis 2020 erforderliche kreisweite Schaffung eines Angebotes so genau wie möglich zu planen und so wirtschaftlich wie möglich zu gestalten. Es sollen letztlich keine ungenutzten Biotonnen in den Haushalten verteilt werden.
Da es bisher ein solches Entsorgungssystem nicht gibt, brauche man verlässliche Daten, erklärte Angela Friesse. Die sollen mit dem Modellversuch gewonnen werden. Eine Leerung kostet zwei Euro, ist damit preisgünstiger als die Leerung einer Tonne mit Restmüll. Für die Bürger lohnt es sich damit, getrennt zu sammeln. In die Biotonnen gehören Küchen- und Gartenabfälle und auch Rasenschnitt.
In den größten Wohnbereichen der Kreisstadt wird es vorerst keine Biotonne geben. Das erklärte der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, Hans Peter Thierfeld, auf MOZ-Nachfrage. "Wir verschließen uns diesem Thema nicht, aber wir brauchen in größeren Wohngebieten eine Vorlaufzeit, müssten das konzeptionell unseren Mietern gegenüber erläutern", sagte er. Man sei derzeit in der Abstimmung mit dem EMO, um bei Einverständnis der Bewohner an kleineren Standorten, wie etwa Einfamilienhäusern, auch noch die Tonne aufstellen zu lassen. Die Müllplätze in den Neubaugebieten seien alle eingefriedet. Es gebe keine Flächen mehr zum Aufstellen zusätzlicher Tonnen.
Infos im Internet unter www.biotonne-emo.de