Danny Wollank war in die Beratung der Zeschdorfer Abgeordneten eingeladen worden, um diese und interessierte Bürger noch einmal über die Möglichkeiten und Grenzen des Rufbusses zu informieren. Vor allem Bewohner des Ortsteils Döbberin interessiert das Angebot, wie die Besucherreihe zeigte.
Wollank, im Wirtschaftsamt des Landkreises für den öffentlichen Personen- und Nahverkehr (ÖPNV) zuständig, nannte als Ziele des Rufbus-Systems unter anderem die bessere Anbindung, vor allem älterer Menschen, an medizinische und Versorgungseinrichtungen und die Einschränkung des teuren Schüler-Spezialverkehrs.
Zu beidem hatten Teilnehmer der Runde im Alt Zeschdorfer Kulturhaus Fragen: Spätestens seit der Schließung der Arztpraxis in Hohenjesar seien noch mehr Döbberiner auf Ärzte in Frankfurt angewiesen, erklärte Ralf Tomczik. Doch der Linienbus fahre nur ein mal am Tag, sehr früh am Morgen, in die Stadt, so der Döbberiner. Viele würden sich von Verwandten fahren lassen oder in Alt Zeschdorf in den Bus zusteigen, ergänzte die Vorsitzende der Döbberiner Ortsgruppe der Volkssolidarität, Monika Krüger.
Genau dafür sei der Rufbus da, ermunterte Danny Wollank zur Inanspruchnahme des Angebotes. Wobei er ein Problem einräumte: Nach Frankfurt fahren nicht allzu viele Busse der Märkisch-Oderländer Busverkehrsgesellschaft. Denn dort hat die Frankfurter Stadtverkehrsgesellschaft die Konzession. Das wusste Wollanks Platznachbar, der Zeschdorfer Abgeordnete Uwe Köcher, nur zu gut: Er ist als Verkehrsmeister beim Frankfurter Unternehmen tätig.
Aus seiner Sicht gäbe es eine Lösung für das Problem: "Warum kann kein ständiger Halt der ODEG und NEB-Züge am Bahnhof Schönfließ eingerichtet werden? Zur Adonisröschenblütezeit halten die Züge ja auch dort", fragte Köcher mit Blick auf den Bus-Umsteigeplatz an dem Bahnhof. Dann könnten die Zeschdorfer, Mallnower, Fichtenhöher und andere mit dem Rufbus bis zum Bahnhof Schönfließ gebracht werden und von dort mit dem Zug nach Frankfurt fahren.
Der Landkreis habe den Bedarf für diesen Haltepunkt schon wiederholt beim Land beantragt. Ohne Erfolg, erklärte Danny Wollank. Der Mitarbeiter des Kreis-Wirtschaftsamtes sicherte den Zeschdorfern aber zu, es noch einmal zu versuchen.
Die Petershagener Ortsvorsteherin Petra Janiszewski sprach ein weiteres Problem an: Die Busse aus Märkisch-Oderland seien nicht auf den Schulbeginn in den weiterführenden Frankfurter Schulen um 8 Uhr ausgerichtet, beklagte sie. Aus eigener familiärer Erfahrung berichtete sie, dass der Bus nach Frankfurt aus Richtung Falkenhagen über Petershagen und Treplin schon kurz nach 6 Uhr fahre. Die Schüler seien um 6.35 Uhr in Frankfurt - und damit deutlich früher als zulässig. Der Gesetzgeber hält eine Stunde Wartezeit für zumutbar, wusste die Petershagenerin, die ihren Sohn oft selbst nach Frankfurt bringt.
Ob das ein Fall für den Schülerspezialverkehr wäre und inwieweit man einen Sammeltransport organisieren könnte, soll nun geprüft werden, sicherte Wollank zu. In Märkisch-Oderland habe man die Busabfahrtzeiten extra auf den jeweiligen Schulbeginn abgestimmt - nicht aber auf den der Frankfurter Schulen, so der Nahverkehrsexperte.
Er machte in der Runde noch einmal auf Regeln im Zusammenhang mit dem Rufbus aufmerksam. Eine besagt, dass auf jeder Tour mindestens eine öffentliche Haltestelle Ziel sein muss. "Sonst wären wir eine Konkurrenz für Taxis", erklärte Wollank. Der Rufbus darf nicht für Ziele innerhalb einer geschlossenen Ortschaft gerufen werden ("wir machen keinen Seelower Stadtbus auf"). Und: Der Rufbus fährt nicht am Wochenende. Jedenfalls bislang nicht - aus Kostengründen. Wobei sich das noch ändern könnte, wie Danny Wollank einräumte. Für den Rufbus gilt der VBB-Tarif plus einen Euro Komfortzuschlag je Fahrt.