Die Hauptstadt Polens empfängt ihre Besucher mit viel Glas und Licht. Schon von weitem leuchten die neuen Hochhäuser. Sie werden am Abend angestrahlt, künden vom Stolz und dem Aufschwung einer Stadt, die eine so wechselvolle Geschichte hinter sich hat.
Warschau steht als ein mahnendes Beispiel für die Zerstörungswut und Brutalität, mit der Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg jeglichen Widerstand niederschlug. In einem ehemaligen Elektrizitätswerk wurde 2004 ein Museum eingerichtet, das mit Originaldokumenten, Filmen und erschütternden Zeitzeugenberichten an das dunkelste Kapitel der Stadt erinnert. Als Vergeltung für den Aufstand ließ Hitler Warschaus Altstadt in Schutt und Asche legen. Sie wurde zu 90 Prozent zerstört. Mit unglaublicher Energie bauten die Polen sie wieder auf. Zum ersten Mal in der Geschichte wurden als Anerkennung solch eines Vorhabens Nachbauten - und zwar die gesamte Altstadt - 1980 in das Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen.
Warschau wächst, präsentiert Historisches und Neues, Marodes und Supermodernes gleichermaßen. Der von 1952 und 1955 errichtete, 231 Meter hohe Kulturpalast steht für die tiefen Spannungen, die es bis heute zwischen Russland und Polen gibt. Von Stalin als Geschenk an die Warschauer in Auftrag gegeben, spaltet der Wolkenkratzer die Polen, weil er für viele als Sinnbild russischer Besatzung gilt. Er beherbergt Kinos, Theater, Cafes und vieles mehr. Von einer Plattform im 30. Stock aus kann man bis Mitternacht den Blick über die Stadt an der Weichsel schweifen lassen.
Paläste, Kirchen, Museen, Parks - Polens Hauptstadt hat viel zu bieten. Auch die Verehrung für Frederic Chopin ist allgegenwärtig. Ein Besuch des Geburtshauses des polnischen Musikers 45 Kilometer vor Warschau bietet Gelegenheit, in landschaftlicher Idylle und Klavierklängen im Freien die Eindrücke der Hauptstadt Revue passieren zu lassen.