Schwerpunkt verlagert
"Wir müssen zurückkommen zu einer Zusammenarbeit in der Region. Sonst werden wir auch gar nicht mehr als solche wahrgenommen", sagt Seelows Bürgermeister Jörg Schröder. Die Herausforderungen nicht zuletzt durch die Tesla-Ansiedlung, aber auch durch den Zuzugsdruck aus dem Berliner Raum, machen dies notwendig.
Stand 2011 bei Gründung der Region der "Modellvorhaben der Raumordnung" mehr im Vordergrund, die Daseinsvorsorge vor der prognostizierten Auflösung zu bewahren, liegt der Schwerpunkt nun in der Entwicklung vorhandener Strukturen. Die Wirtschaftsförderung, und darum geht es dem Seelower Bürgermeister, war bislang kein Schwerpunkt in der Moro-Region.
Aber gerade beim Tourismus und bei der Wirtschaftsförderung sieht Schröder nicht nur Potentiale einer guten Kooperation, sondern auch die dringende Notwendigkeit. Mit seinen Kollegen aus den Verwaltungen in Letschin, Lebus und Seelow-Land habe er bereits gesprochen und sei dort auf offene Ohren gestoßen. "Wir haben als Kreisstadt selbst viele Projekte zu laufen und stellen zahlreiche Förderanträge. Da kommen die Kollegen auch an das Limit der Leistungsfähigkeit", so Schröder. Andernorts sei das ebenfalls der Fall.
Deshalb will er für Mitte August zu einem Workshop einladen, bei dem die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit diskutiert werden könnten. Ausdrücklich schloss er dabei das östliche Nachbaramt Golzow sowie Neuhardenberg ein. "Golzow sollte mit dabei sein. Wir können doch nicht mit der Partnerstadt Kostrzyn Projekte entwickeln und den Bereich zwischen Seelow und Küstrin außen vor lassen", erklärte Schröder und verwies auf die von Küstriner Vorland finanzierte Bauplanung für die Oderinsel.
Nach dem Scheitern der Gesamtgemeinde-Struktur sei es zum Einfrieren der Zusammenarbeit in vielen Bereichen gekommen. Nur beim Brandschutz beteiligen sich die Partner noch an der Koordinierung der Ausbildung und Beschaffung. Dies sollte auch unbedingt fortgesetzt und für den Bereich Katastrophenschutz ausgebaut werden.
Kompetenzzentrum im Bahnhof
Im Bereich der Wirtschaftsförderung schlägt der Seelower Bürgermeister eine Bündelung der Kräfte vor. Dies könnte im Rahmen eines Kompetenzzentrums erfolgen. Im Seelower Bahnhof, der aktuell saniert wird, könnten Räumlichkeiten mietfrei zur Verfügung gestellt werden. Wolfgang Rump von der Regionalen Planungsstelle Oderland-Spree begrüßt den Vorstoß. Er verweist auf eine Richtlinie des Wirtschaftsministeriums "Zum Ausbau der wirtschaftsnahen kommunalen Infrastruktur". Darüber ließe sich so ein Kompetenzzentrum fördern. Der Förderantrag müsste aber noch dieses Jahr gestellt werden. Den Schwerpunkt sieht Rump in der Unterstützung der Tesla-Umfeldentwicklung.

Moro-Region bietetZusammenarbeit

Die Bundesregierung hatte im April 2011 das Aktionsprogramm "Modellvorhaben der Raumordnung" (MORO) gestartet, um tragfähige Konzepte für die Sicherung der Daseinsvorsorge zu entwickeln und damit vor Ort ein engeres Miteinander und den Blick über den eigenen Kirchturm hinaus zu bewirken. Die "Oderland-Region" im Altkreis Seelow gehörte zu den Modellregionen. Zur Gründung war noch vorausgesagt worden, dass die Region bis zum Jahr 2030 etwa 9555 Einwohner verlieren wird. Die Prognosen wurden korrigiert. Es geht nun auch um Einwohnerzuwachs. Kooperiert wird aber lediglich noch beim Brandschutz. ulg