Auch diesmal fährt Fries in der Stellungnahme gegenüber der Regionalen Planungsgemeinschaft Oderland-Spree sachlich-fachliche Geschütze auf. Indem er zum Beispiel darauf verweist, dass die Regionalplaner einen Erlass der Landesregierung zur optischen Bedrängung durch Windkraftanlagen aus dem Jahre 2009 nicht berücksichtigen.
Die Zeschdorfer fordern in ihrer Stellungnahme unter anderem, die Immissions-Auswirkungen des geplanten Baus der Ortsumfahrung der B112n und die Erkenntnisse zu den Auswirkungen des Infraschalls auf die Menschen im Umfeld der "Mühlen" in der Planung zu berücksichtigen, vor allem jedoch: Das Kriteriengerüst für die Windparkplanung zur überarbeiten.
Eine Hauptforderung ist, die Vorbelastung eines bestimmten Gebietes als Kriterium festzulegen. Brandenburg und speziell das Oderland habe seinen Anteil zur Energiewende längst geleistet, meinen die Zeschdorfer. Die Bürger in der Planungsgemeinschaft würden durch die Energiewende zudem überproportional belastet, weil sie den Netzausbau und damit letztlich die höchsten Strompreise in Europa bezahlen, heißt es in der Stellungnahme der Gemeindevertreter.
Sie fordern die Regionalräte als politisch Verantwortliche auf, "zum Schutz der Region eine dauerhafte Verspargelung der Landschaft ... zu verhindern", den vorhandenen Entwurf des Teilregionalplanes zurück zu ziehen und im Dialog mit den Bürgern den Kriterienkatalog und die Abstandsflächen zu überdenken. Was letztere betrifft, so fordern die Zeschdorfer, die (in Bayern angewendete) 10-h-Regelung - der zehnfache Abstand der Windradhöhe zur Wohnbebauung - festzuschreiben.
Am Ende weisen die Abgeordneten auf einen Widerspruch zum Bundesnaturschutzgesetz hin: Die geplante "immense Erweiterung der Windenergieflächen" beeinträchtige die schützenswerte Kulturlandschaft der Region erheblich negativ, heißt es in der Stellungnahme. Dass Landschaftsschutzgebiete (LSG) wie das "Trepliner Seen, Booßener und Altzeschdorfer Mühlenfließ" aufgrund eines formellen Fehlers aufgehoben worden seien, ändere nichts an der grundsätzlichen Schutzwürdigkeit des Gebietes. "Das bisherige LSG ist daher zumindest als Restriktionskriterium als abwägungserheblicher Belang zu berücksichtigen", fordern die Zeschdorfer Abgeordneten. Sie widersprechen "dem Vorhaben, neue Windeignungsflächen auszuweisen" und lehnen insbesondere die Erweiterung des Eignungsgebietes Nr. 28 Wulkow-Booßen "entschieden ab".