Das Bier war original und vom Münchner Oktoberfest, die Tischdeko stilecht blau-weiß: In Gorgast haben die Bürger die bayrische Wiesn-Tradition gefeiert – und das zum ersten Mal. Zwar organisiert Frank Angrick schon seit einigen Jahren das beliebte Oktoberfest, bislang allerdings in Lietzen. Jetzt ist er samt Festzelt und Konzept umgezogen ins Fort Gorgast. Hunderte Gäste erwartete der Eventmanager und sie kamen auch, manche Herren sogar in Lederhosen und Damen im Dirndl. Werner Finger, der Bürgermeister, übernahm den Bierfassanstich am Nachmittag. Danach gab es jede Menge Programm – mit Comedy und zünftiger Blasmusik. Außerdem sorgten Sänger aus der polnischen Nachbargemeinde für prächtige Stimmung.
Einen neuen Platz zum Feiern haben auch die Letschiner für sich entdeckt und zwar auf dem Hof der Ganztagsschule. Statt auf dem alten Sportplatz wurde diesmal dort Hahnenfest gefeiert – inzwischen bereits zum fünften Mal. Bei der Feier stehen jedes Jahr vor allem Kinder im Mittelpunkt. So bevölkerten viele Familien den Platz. Janet Schweitzer kam mit Sohn. Er heißt Phil, wird demnächst vier und liebt die Feuerwehr. Schon deshalb hat sich das Fest für ihn gelohnt: Denn die Brandschützer drehten mit dem Nachwuchs so manche Runde im Löschfahrzeug durchs Dorf. Die lange Schlange mit Kindern, die mitfahren wollten, riss nicht ab. Phils Mutter mag vor allem die Atmosphäre. „Die Stimmung ist immer super“, versicherte sie. „Deshalb sind wir auch jedes Jahr dabei.“ Beim kreativen Teil wurden dieses Jahr die schönsten Hahnenkostüme gesucht. Zwei Mädchen machten mit und gingen dafür beide mit Preisen nach Hause. „Sie haben sich so viel Mühe gegeben. Das wollten wir belohnen“, sagte Sigrid Bergemann vom Organisationsteam Unternehmerstammtisch. Die beiden Gewinnerinnen sind Sidena Joch (8) und Lea Luttenberger (10). Einen echten Hahn gab es unterdessen auch zu bestaunen beziehungsweise zu schätzen. Stolze 3,8 Kilogramm brachte der Bielefelder Kennhahn von Elke Bublitz auf die Waage. Richtig geschätzt haben Anette Müller, Jutta Wirth und Maik Arndt. Bei einem Würfelspiel ging Burckhard Bergemann als Bester hervor. Er konnte sich zwischen einem gerupften oder lebenden Hahn als Preis entscheiden – er nahm den gerupften.
Im Schloss Trebnitz ging es am Sonnabend kulinarisch und kulturell zu. Während viele Einwohner beim dritten Herbstfest selbstgemachte Marmeladen, Chutneys oder Öle anboten, spielte die Seelower Jugendband „Probezeit“. Es wurden Pläne geschmiedet für die nächsten deutschen-polnischen Begegnungen, viele Gespräche geführt. Oft kreiste das Thema an dem Tag auch um den Kürbis. Die große, gelbe Frucht war das Herbstfestmotto. Darius Müller, Bildungsreferent des Schlosses, sagte in seiner Begrüßung, dass das Fest seit drei Jahren ein tolles Beispiel sei, wie sich engagierte Leute aus dem Dorf das Schloss erobert haben. Einer, der die Region zum ersten Mal für sich entdeckte, war Jozef Kruczkowski, Landrat der polnischen Stadt Gorzow (Landsberg). Er war Ehrengast beim Herbstfest im Trebnitzer Schloss.