Ein großer Hund und eine ebenso große Eule "bewachen"den kleinen Park an der Küstrin-Kietzer Karl-Marx-Straße. Die beiden Tiere aus Beton sind Werke des Gorgaster Hobbykünstlers Peter Hübner. Er hat auf seinem Grundstück unweit des Mühlenweg-Bahnübergangs einen ganzen Tierpark aus Beton angelegt. Die beiden Wächter in Küstrin-Kietz gehören jetzt zu den bekanntesten seiner Werke. Bald wird auch ein großes Holzschild auf den Park hinweisen, erzählt Marion Pranzner. Sie hat gemeinsam mit Helmut Scharnow den kommunalen Park ehrenamtlich unter die Fittiche genommen. "Das war 2014 während eines Ein-Euro-Jobs. Wir hatten in der Nähe zu tun und beobachteten, wie wenig sich darum gekümmert werden konnte. Lediglich die Vögel bekamen ihr Futter. Da haben wir bei der Gemeinde nachgefragt, ob wir das übernehmen könnten."
Seither ist viel geschehen. Das kleine Pumpenhäuschen, das inzwischen von wildem Wein berankelt wird, hat ebenso wie die Betonschale des einstigen Springbrunnens eine Reinigung erfahren. Eine Schautafel mit Informationen zu den Ziervögeln wurde angefertigt und ein Ställchen für Meerschweine gebaut. "Den Brunnen werden wir nicht wieder in Gang setzen können. Dafür fehlen inzwischen Strom und Wasser. Aber wir haben auch für Kinder eine Buddelgelegenheit geschaffen", erzählt Marion Pranzner. Ihr Lebensgefährte, der "Oderbruchfotograf" Uwe Bräuning, sorgt im Internet für die entsprechende Öffentlichkeit.
Mit Hilfe des Bürgermeisters von Küstriner Vorland, Werner Finger, war es gelungen, eine überdachte Sitzecke aufzubauen. "Die wurde zwar schon einmal von unseren Jugendlichen, die sich auch gern hier treffen, etwas beschädigt. Aber sie haben sich dafür entschuldigt und sogar eine kleine Entschädigung gezahlt. Seither wird das Areal auch von ihnen geachtet", freut sich Ortsvorsteher Gerhard Schwagerick.
Neben den Küstrin-Kietzern sind es auch die Radler, die auf dem Oder-Neiße-Radweg durch den Ort kommen, die dort gern eine Pause einlegen und dem "Gesang" von Zebrafinken, Sittichen, Diamanttäubchen und anderen Ziervögeln lauschen. Der Ort des Vogelparks hat eine ganz besondere Geschichte. Bis 1945 stand dort "Pflaums Fahrradgeschäft und Tankstelle". In der Nachbarschaft gab es einen Steinmetz (vor der Schule) und einen Tischler, weiß Karl-HeinzHenschel. Der Küstrin-Kietzer Vogelzüchter Herbert Hartmann soll mit seinem Verein damit begonnen haben, das Areal für sein Hobby zu nutzen. Herbert Mayhak, er wohnt "erst" seit 1948 in Küstrin-Kietz, kann sich an Gerhard Brunn erinnern. Seiner Meinung nach sei er es gewesen, der auch die Voliere gebaut sowie die Bienenzucht dort unter den alten Eschen angesiedelt hat. Die Imker sollen einmal stark gewesen sein in Küstrin-Kietz. Im Laufe der Zeit entstand ein kleiner Park, der auch von den Schülern der nahen Schule genutzt wurde. Die Regie hatte stets die Gemeinde, erinnert sich Christine Herbstreit. Sie ist in Küstrin-Kietz aufgewachsen.
Zu Ostern, wenn sich der Park in seiner Blüten-Pracht zeigt, wollen die Vogelparkfreunde die Kinder des Ortes einladen. Zwischen 10 und 11 Uhr findet am 27. März das große Ostereiersuchen statt.
Aktuelle Informationen zum Vogelpark gibt es auf Facebook unter "Küstrin-Kietz" und "Vogelpark Küstrin-Kietz" sowie auf der Internetseite www.küstrin-kietz-online.de; Spenden bitte auf das Konto des Amtes Golzow, IBAN: DE57170540403000340628, Sparkasse MOL, Verwendungszweck: Vogelpark KK